Großraumbüro-Ende: 58% der Beschäftigten leiden unter Lärm
04.06.2026 - 04:52:32 | boerse-global.deUnternehmen setzen zunehmend auf durchdachte Raumkonzepte, die Lärm reduzieren und konzentriertes Arbeiten ermöglichen.
Fünf Hebel für mehr Ruhe
Der Büromöbelhersteller Sedus identifizierte in einer Analyse fünf zentrale Maßnahmen, die Konzentration ohne bauliche Veränderungen steigern. Der Hintergrund: Laut Studien fühlen sich 58 Prozent der Beschäftigten regelmäßig durch Gespräche am Arbeitsplatz gestört.
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Als wirksam gelten kleine Rückzugsorte durch halbgeschlossene Möbel oder Nischen. Mobile Screens und Pflanzen reduzieren visuelle Reize. Schallabsorbierende Materialien verbessern die Akustik. Eine klare Zonierung in ruhige und kommunikative Bereiche hilft ebenso wie fest definierte Fokuszeiten.
AVERES unterstrich bei einer Präsentation neuer Kollektionen des Herstellers Interface die Bedeutung bodengestützter Akustikmaßnahmen. Spezielle Bodenbeläge und Teppiche minimieren den Schall im Arbeitsalltag deutlich.
Abschied vom Großraum
Ein Vorzeigeprojekt liefert das SaldeoSMART-Büro im Krakauer Unity Tower. Das von Abundo Space entwickelte Konzept verzichtete bewusst auf großflächige Open-Space-Strukturen. Stattdessen entstanden kleinere Arbeitszonen und multifunktionale Konferenzräume. Spezielle akustische Glaswandsysteme von CreoConcept ermöglichen physische Trennung bei gleichzeitiger Transparenz.
Auch im Handel hält die Reizreduzierung Einzug. Ikea führte deutschlandweit eine wöchentliche Ruhezeit ein. Während dieser Phase werden Hintergrundmusik und Lichtintensität reduziert – ein Ansatz, der besonders neurodivergenten Menschen zugutekommt.
KI gegen Ablenkung
Technische Hilfsmittel ergänzen die baulichen Maßnahmen. Soundcore empfiehlt Kopfhörer mit adaptivem Active Noise Cancelling, um Lärmspitzen auszugleichen. KI-gestützte Geräuschfilter bei Mikrofonen sorgen für klare Kommunikation in hybriden Szenarien.
Das Unternehmen Plaud stellte einen KI-gestützten Team-Workspace vor, der Gespräche aus Meetings automatisiert erfasst und strukturiert. Microsoft testet im Projekt „Solara“ neue Hardware-Konzepte, darunter einen tragbaren Bildschirm-Würfel und ein digitales Zugangs-Badge. Beide ermöglichen den direkten Zugriff auf KI-Assistenten ohne Laptop-Ablenkung.
Smarte Verwaltung für ruhige Arbeitsplätze
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Die digitale Infrastruktur spielt eine Schlüsselrolle. Planon gab eine Integration in Microsoft Places bekannt. Unternehmen können Flächenmanagement und Arbeitsplatzbuchung direkt über Kommunikationsplattformen steuern. KI-gestützte Analysen helfen, die Auslastung intelligent zu planen.
Ein Fallbeispiel aus Zürich zeigt den Bedarf an strukturierten Prozessen. Ein Beratungsunternehmen mit über 600 Mitarbeitern digitalisierte seine interne Poststelle mit Software von COSYS. Digitale Sendungsverfolgung und smarte Schließfächer reduzierten Suchzeiten und Unruhe im Empfangsbereich deutlich.
Trotz des Fortschritts hinkt die Regulierung hinterher. Ein aktueller Report zur KI-Nutzung am Arbeitsplatz zeigt: Ein Drittel der Unternehmen hat keine Richtlinien für KI-Tools. Dabei braucht es nicht nur physische und digitale Infrastruktur, sondern auch den organisatorischen Rahmen für neue Arbeitsweisen.
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