Großhandelspreise steigen im September um 8,7 Prozent
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 08:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEnergiepreise prägen Septemberbilanz
- Das Statistische Bundesamt meldete für September einen Anstieg der Großhandelspreise um 8,7 Prozent zum Vorjahresmonat.
- Im Februar 2023 hatte die Rate zuletzt mit 9,5 Prozent höher gelegen.
- Mineralölerzeugnisse verteuerten sich binnen Jahresfrist um 48,8 Prozent und gegenüber August um 10,5 Prozent.
Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im September 8,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.
Im August hatte die Teuerungsrate 6,8 Prozent betragen, im Juli 5,3 Prozent; gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im September um 1,9 Prozent.
Metalle und Agrarwaren ebenfalls teurer
Als wesentliche Gründe nannten die Statistiker die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. In deren Folge erhöhten sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Vorleistungsgüter wie Metalle.
Bei Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und Metallhalbzeug lagen die Preise 24,9 Prozent über September 2025 und 2,1 Prozent über August. Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel verteuerten sich im Jahresvergleich um 19,3 Prozent und im Monatsvergleich um 6,5 Prozent.
Chemie und IT-Produkte mit Aufschlägen
Chemische Erzeugnisse kosteten 16,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 1,7 Prozent mehr als im August. Die Preise für Datenverarbeitungs- und periphere Geräte stiegen binnen Jahresfrist um 12,1 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent.
Gegenläufig entwickelten sich mehrere Warengruppen. Lebende Tiere waren 15,1 Prozent günstiger als im September 2025, zugleich aber 5,0 Prozent teurer als im August 2026.
Milch und Fleisch unter Vorjahresniveau
Auch Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette verbilligten sich im Jahresvergleich um 9,7 Prozent; gegenüber August stiegen ihre Preise jedoch um 0,6 Prozent. Fleisch und Fleischwaren lagen 6,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau und 1,4 Prozent über dem Augustwert.
Energie treibt die Großhandelspreise
Der kräftige Anstieg im September steht vor allem für einen erneuten Kostenschub bei Energie und wichtigen Vorprodukten. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich binnen Jahresfrist um 48,8 Prozent und lagen damit deutlich über der allgemeinen Großhandelsrate von 8,7 Prozent. Auch Metalle, chemische Erzeugnisse sowie Getreide und Futtermittel wurden spürbar teurer.
Großhandelspreise wirken nicht unmittelbar und vollständig auf die Verbraucherpreise durch. Unternehmen können höhere Einkaufskosten zunächst über Margen auffangen, zeitlich verzögert weitergeben oder durch günstigere Lieferanten und Lagerbestände ausgleichen. Bei Energie, Transport und industriellen Vorleistungen ist der Weitergabedruck jedoch besonders hoch.
Signal für Unternehmen und Verbraucher
Der Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber August zeigt, dass sich der Preisdruck im Monatsvergleich beschleunigt hat. Für energieintensive Betriebe verschlechtert sich damit die Kalkulationsgrundlage, während Händler und Produzenten ihre Preise neu bewerten müssen. Rückgänge bei Fleisch, Milchprodukten und lebenden Tieren dämpfen den Gesamteffekt, ändern aber nichts am breit sichtbaren Anstieg bei zentralen Vorleistungen.
Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von Energiepreisen, Lieferwegen und der Lage im Nahen Osten ab. Bleiben die Belastungen bestehen, kann der Großhandelspreisauftrieb die Inflation auf nachgelagerten Stufen stützen; bei einer Entspannung würden insbesondere die stark gestiegenen Mineralölpreise den Vergleich rechnerisch wieder abschwächen.
