Großhandel-Tarifvertrag: Fünf Prozent Lohnplus für Beschäftigte
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Tarifstreit im Groß- und Außenhandel in der Region Rheinland-Rheinhessen/Pfalz ist beigelegt. Am 1. September 2026 einigten sich die Tarifparteien auf einen neuen Abschluss, der für die Beschäftigten der Branche Entgeltsteigerungen in zwei Stufen vorsieht. Die Einigung umfasst eine Gesamterhöhung der Bezüge um fünf Prozent bei einer Laufzeit von insgesamt 24 Monaten.
Stufenweise Anhebung der Entgelte und Laufzeit
Die vereinbarte Lohnsteigerung erfolgt in zwei zeitlich versetzten Schritten. Zum 1. August 2026 steigen die Entgelte für die Angestellten im ersten Schritt um 2,9 Prozent. Eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent ist für den 1. Mai 2027 vorgesehen.
Mit dieser Staffelung reagieren die Verhandlungspartner auf die wirtschaftliche Situation der Branche. Die festgelegte Laufzeit des Tarifvertrags von zwei Jahren bietet den beteiligten Unternehmen Planungssicherheit, während die Arbeitnehmer von einer verstetigten Einkommensentwicklung profitieren.
Erhöhung der Vergütungen für Auszubildende
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Neben den regulären Entgelten wurden auch die Vergütungen für Auszubildende im Groß- und Außenhandel angepasst. Hier sieht der Abschluss feste Euro-Beträge vor, die ebenfalls in zwei Phasen wirksam werden. Ab dem 1. September 2026 erhöht sich die monatliche Ausbildungsvergütung zunächst um 40 Euro.
Eine zweite Anhebung um zusätzliche 30 Euro folgt ein Jahr später, zum 1. September 2027. Damit wird die Attraktivität der Ausbildungsgänge in der Region gestärkt, wenngleich die Erhöhung unter den ursprünglichen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter bleibt.
Einordnung des Ergebnisses und ursprüngliche Forderungen
Das nun vorliegende Ergebnis ist das Resultat langwieriger Verhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi war ursprünglich mit deutlich höheren Forderungen in die Gespräche gegangen.
Die Arbeitnehmervertreter hatten ein monatliches Plus von 250 Euro für die Beschäftigten sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro gefordert. Ein zentraler Punkt der gewerkschaftlichen Agenda war zudem eine deutlich kürzere Laufzeit des Tarifvertrags von lediglich 12 Monaten.
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Bereits am 31. August 2026, kurz vor dem endgültigen Abschluss, äußerte sich die Gewerkschaft kritisch zum Verhandlungsstand. Verdi bezeichnete das Ergebnis laut Medienberichten als einen schmerzlichen Kompromiss. Insbesondere die vereinbarte Laufzeit von 24 Monaten wurde von der Arbeitnehmerseite als belastend empfunden, da sie den Zeitraum bis zu nächsten möglichen Nachbesserungen verdoppelt.
Dennoch beendet die Einigung die Phase der Ungewissheit für die Betriebe des Groß- und Außenhandels in Rheinland-Rheinhessen und der Pfalz und schafft eine verbindliche Grundlage für die Lohnkostenentwicklung bis in das Jahr 2028.
