Groß- und Außenhandel: Tarifeinigung für 70.000 Beschäftigte
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den Tarifverhandlungen für den Groß- und Außenhandel in Mitteldeutschland ist ein Durchbruch gelungen. Am 30. und 31. August 2026 verständigten sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeberseite auf einen neuen Tarifabschluss. Die Einigung betrifft rund 70.000 Beschäftigte in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und beendet eine Phase der Ungewissheit für die Angestellten der Branche.
Zweistufige Entgelterhöhung und Laufzeit
Das erzielte Ergebnispaket sieht eine Anhebung der Löhne und Gehälter in zwei Schritten vor. Rückwirkend zum 1. August 2026 steigen die Entgelte zunächst um 2,9 Prozent. In einer seconden Stufe folgt zum 1. Mai 2027 eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent. Insgesamt beläuft sich das Plus für die Beschäftigten damit auf rund 5,1 Prozent über den gesamten Zeitraum.
Für die Planungssicherheit der Unternehmen und Arbeitnehmer wurde eine Laufzeit des Tarifvertrags von 24 Monaten festgeschrieben. Dieser Zeitraum ermöglicht eine stabile Kalkulationsgrundlage in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld, während die Angestellten von einer zeitnahen Anpassung ihrer Bezüge an die allgemeine Preisentwicklung profitieren.
Anpassungen für Auszubildende und Mindestlohn
Ein wesentlicher Bestandteil der Einigung betrifft die Vergütung von Auszubildenden sowie die Untergrenzen im Lohngefüge. Um die Attraktivität der Ausbildung im Groß- und Außenhandel zu steigern, wurde eine Festbetragserhöhung vereinbart. Auszubildende erhalten ab 2026 monatlich 40 Euro mehr Vergütung. Im darauffolgenden Jahr 2027 ist eine weitere Steigerung um 30 Euro vorgesehen.
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Parallel dazu wird der tarifliche Mindestlohn innerhalb der Branche schrittweise angehoben. Ab dem Jahr 2026 steigt die unterste Lohngrenze auf 14,20 Euro pro Stunde. In einem seconden Schritt im Jahr 2027 wird dieser Betrag auf 14,90 Euro angehoben. Diese Maßnahme soll insbesondere die unteren Einkommensgruppen stärken und einen verlässlichen sozialen Boden im Tarifgefüge einziehen.
Orientierung an überregionalen Abschlüssen
Die nun in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erzielte Einigung steht nicht isoliert da. Die Verhandlungsparteien orientierten sich bei der Ausgestaltung des Kompromisses maßgeblich an bereits vorliegenden Abschlüssen in anderen Bundesländern. Insbesondere die Tarifergebnisse aus Bayern sowie Mecklenburg-Vorpommern dienten als Referenzpunkte für die mitteldeutsche Einigung.
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Mit diesem Abschluss folgt die Region einem bundesweiten Trend zur Harmonisierung der Tarifbedingungen im Groß- und Außenhandel. Die Übernahme bewährter Parameter aus anderen Tarifgebieten trug dazu bei, die langwierigen Verhandlungen nun zu einem erfolgreichen Ende zu führen.
Für die 70.000 Betroffenen in Mitteldeutschland bedeutet das Ergebnis eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommenssituation bei gleichzeitiger Wahrung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit.
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