Groß- und Außenhandel: 150.000 Beschäftigte erhalten 5% Lohnplus
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 13. August 2026 haben sich die Tarifparteien im Groß- und Außenhandel für die Regionen Niedersachsen und Bremen auf ein neues Vertragswerk geeinigt. Von diesem Abschluss sind nach Angaben der Gewerkschaft ver.di etwa 150.000 Beschäftigte betroffen.
Der Arbeitgeberverband AGA nennt für den Geltungsbereich eine Zahl von rund 130.000 Arbeitnehmern. Die Einigung sieht signifikante Steigerungen der Entgelte sowie eine Anpassung der Ausbildungsvergütungen vor.
Zweistufige Erhöhung der Entgelte und neue Lohnuntergrenze
Die nun getroffene Vereinbarung beinhaltet eine Anhebung der Entgelte um insgesamt 5 Prozent, die in zwei zeitlich versetzten Stufen umgesetzt wird. In einem ersten Schritt steigen die Bezüge rückwirkend zum 1. August 2026 um 2,9 Prozent. Eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent folgt zum 1. Mai 2027. Für die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags wurde ein Zeitraum von 24 Monaten vereinbart.
Ein wesentlicher Bestandteil der Verhandlungsergebnisse ist die Anpassung der untersten Einkommensgruppe. Diese steigt nach den neuen Bestimmungen auf einen Stundenlohn von 14,90 Euro. Mit dieser Maßnahme tragen die Tarifpartner der Entwicklung am unteren Ende der Entgeltskala Rechnung.
Fokus auf den Nachwuchs: Steigende Ausbildungsvergütungen
Neben den allgemeinen Gehaltsanpassungen wurden spezifische Erhöhungen für Auszubildende festgeschrieben. Die Vergütungen für den Branchennachwuchs steigen zum 1. September 2026 zunächst um monatlich 40 Euro. Eine zweite Erhöhungsstufe tritt am 1. September 2027 in Kraft und sieht ein Plus von weiteren 30 Euro pro Monat vor. Damit soll die Attraktivität der Ausbildung im Groß- und Außenhandel gestärkt werden.
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Hintergrund der Einigung und Auswirkungen auf benachbarte Branchen
Der Abschluss am 13. August 2026 erfolgte nach einem intensiven und langwierigen Verhandlungsprozess. Branchenkenner beschreiben die Gespräche als zähes Ringen, das von massiven Arbeitskampfmaßnahmen begleitet wurde.
Bereits seit dem 15. Mai kam es im Vorfeld der Einigung zu Warnstreiks in verschiedenen Betrieben. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft ver.di bundesweit eine Erhöhung von 7 Prozent für insgesamt 5,2 Millionen Beschäftigte gefordert und sich gegen die Auszahlung von Einmalzahlungen ausgesprochen.
Inhaltlich orientiert sich das Ergebnis in Niedersachsen und Bremen an dem bayerischen Tarifabschluss, der bereits am 21. Juli 2026 erzielt worden war. Mit dem nun vorliegenden Resultat richtet sich der Blick der Arbeitnehmervertreter verstärkt auf den Einzelhandel.
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Ver.di betonte nach dem Abschluss im Großhandel, dass der Druck auf die Verhandlungen im Einzelhandel nun zunehme. Die Gewerkschaft gab zu verstehen, dass sie dort zeitnah eine entsprechende Bewegung der Arbeitgeberseite erwarte, um auch für diesen Sektor zeitnahe Ergebnisse zu erzielen.
