Größter deutscher Offshore-Windpark He Dreiht nimmt Betrieb mit fast 1 Gigawatt Leistung auf
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 15:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEnBW hat in Hamburg die Inbetriebnahme des bislang größten deutschen Windparks auf See gefeiert: Der Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee läuft bereits im Teilbetrieb und soll im Oktober seine volle Leistung erreichen.
Feierliche Inbetriebnahme in Hamburg
Der Energieversorger EnBW aus Karlsruhe hat den Start des Windparks He Dreiht in Hamburg offiziell gewürdigt. Der Park steht rund 110 Kilometer von Helgoland entfernt und speist nach Unternehmensangaben bereits seit einiger Zeit Strom ins Netz ein. Mehr als zwei Drittel der Turbinen liefern demnach schon Energie, die restlichen Anlagen sollen bis Oktober folgen.
Leistung und technische Ausstattung
He Dreiht besteht aus 64 Windkraftanlagen des dänischen Herstellers Vestas. Zusammen erreichen sie eine Leistung von annähernd einem Gigawatt, konkret 960 Megawatt. Der Bundesverband Windenergie Offshore gibt an, dass die Gesamtleistung der Windräder in der deutschen Nord- und Ostsee zum Ende des ersten Halbjahres – teils bereits inklusive He Dreiht – bei rund 10,8 Gigawatt lag.
Politische Bewertungen des Projekts
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte bei der Veranstaltung, der Windpark mache Deutschland unabhängiger von fossiler Energie. In der Entwicklung der Offshore-Windenergie liege aus seiner Sicht ein enormes wirtschaftliches Potenzial für die Küstenregionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie Offshore, Stefan Thimm, sprach von einem großen Sprung für die Offshore-Windenergie in Deutschland.
Investitionen und Lieferverträge
Nach Angaben von EnBW sind rund 2,4 Milliarden Euro in He Dreiht investiert worden. Der Energieversorger hat zudem mit mehreren anderen Unternehmen Stromlieferverträge abgeschlossen, um die erzeugte Energie langfristig zu vermarkten. Mit dem Übergang vom Teilbetrieb zur Volllast im Oktober soll der Windpark seinen Beitrag zur deutschen Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen deutlich ausbauen.
Offshore-Wind als zentraler Baustein der Energiewende
Der Windpark He Dreiht markiert einen weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie, die für das Erreichen der deutschen Klimaziele eine Schlüsselrolle spielt. Mit einer Leistung von 960 Megawatt gehört die Anlage zu den größten Projekten in der Nordsee und erhöht die Gesamtleistung der deutschen Offshore-Windparks auf über zehn Gigawatt. Damit leistet He Dreiht einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien und reduziert den Bedarf an fossilen Energieträgern im Strommix.
Bedeutung für Industrie und Küstenregionen
Die Investition von rund 2,4 Milliarden Euro zeigt die wirtschaftliche Dimension des Projekts. Für die Küstenregionen entstehen neue Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom Bau der Anlagen über den Betrieb bis hin zu Wartung und Logistik. Abgeschlossene Stromlieferverträge mit mehreren Unternehmen sichern zugleich einen planbaren Absatz der erzeugten Energie und können die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Betriebe stärken, die zunehmend auf langfristig kalkulierbare, klimafreundliche Stromquellen angewiesen sind.
Politische und strukturelle Herausforderungen
Politisch wird der Ausbau von Offshore-Wind wie bei He Dreiht als Schritt zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten gewertet. Zugleich bleiben strukturelle Aufgaben: Der Anschluss an das Übertragungsnetz, der Ausbau von Speichern und Flexibilitätsoptionen sowie die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren entscheiden darüber, wie schnell weitere Großprojekte folgen können. Für Stromkunden und Unternehmen ist langfristig entscheidend, dass der Zubau von Anlagen wie He Dreiht mit einem stabilen, leistungsfähigen Netz und verlässlichen Rahmenbedingungen einhergeht.
