Gießerei, Ueckermünde

Gießerei Ueckermünde: IG Metall fordert 16 Millionen Euro Abfindung

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die IG Metall fordert 16 Millionen Euro, während Breydens Angebot deutlich darunter liegt; Gespräche über Sozialplan und Interessenausgleich laufen weiter.
Leere, industrielle Gießereihalle mit hohen Decken, Backsteinwänden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Nach dem Beschluss zur Schließung des Werks verhandeln Betriebsrat und die IG Metall seit dem 6. November 2026 mit der Geschäftsführung der Gießerei Ueckermünde (Breyden) über die finanzielle Absicherung der Belegschaft. Im Zentrum der Gespräche stehen die Abfindungen für die 261 festangestellten Mitarbeiter, nachdem die Belegschaft ein Nachbesserungsangebot des Managements nahezu geschlossen zurückgewiesen hat.

Deutliche Ablehnung auf der Betriebsversammlung

Der jüngsten Verhandlungsrunde ging ein eindeutiges Votum der Belegschaft voraus. Auf einer Betriebsversammlung am vorangegangenen Donnerstag votierten 175 anwesende Arbeitnehmer gegen den Entwurf der Geschäftsführung. Bei dem Urnengang wurde lediglich eine Gegenstimme registriert.

Es handelte sich bereits um den zweiten Anlauf des Managements, die Konditionen für das Ausscheiden der Belegschaft festzulegen. Ein erstes Angebot über ein Gesamtvolumen von 1 Million Euro – was rechnerisch 3.831 Euro je Mitarbeiter entsprochen hätte – war bereits vorab auf Ablehnung gestoßen.

Weite Distanz zwischen Angebot und Gewerkschaftsforderung

Das nachgebesserte Paket der Unternehmensleitung sieht ein Abfindungsvolumen von 2 Millionen Euro für die 261 Festangestellten vor, wobei Zeitarbeiter herausgerechnet sind. Dies entspricht einem Durchschnittsbetrag von 7.662 Euro vor Steuern je Arbeitnehmer. Eine weitere Million Euro soll fließen, sofern die betroffenen Beschäftigten im Gegenzug auf den Klageweg verzichten.

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Die Vorstellungen der Arbeitnehmervertretung liegen weit über diesem Rahmen. Die IG Metall verlangt eine Gesamtsumme von 16 Millionen Euro, was rund 61.000 Euro je Mitarbeiter bedeuten würde.

Bei der Staffelung der Forderung berücksichtigt die Gewerkschaft Kriterien wie das Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, unterhaltspflichtige Kinder sowie bestehende Behinderungen. Als Referenzwert gilt unter anderem, dass die gesetzliche oder tarifliche Kündigungsfrist bei Beschäftigten nach 20 Arbeitsjahren sieben Monate beträgt.

Bevorstehende Werksschließung zum Jahresende

Die Gießerei steht unter erheblichem Zeitdruck, da der Standort bereits zum Jahresende geschlossen werden soll. Geschäftsführer Sebastian Simon lehnte eine Stellungnahme zu den konkreten Zahlen ab.

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Statt reiner Abfindungszahlungen sprach er sich für die Einrichtung einer Transfergesellschaft aus, um den Beschäftigten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. Die Verhandlungen zwischen den Parteien werden fortgesetzt, um vor der geplanten Stilllegung eine Einigung über einen Interessenausgleich und Sozialplan zu erzielen.

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