Gießerei, Ueckermünde

Gießerei Ueckermünde: Betriebsrat verhandelt Sozialplan für 300 Jobs

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Ueckermünde laufen Gespräche zur Werksschließung, während der Badische Winzerkeller mit dem Betriebsrat vor der Einigungsstelle verhandelt.
Außenansicht einer stillgelegten Industriehalle mit rauchgeschwärzten Schornsteinen vor einem bewölkten Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts drohender Stellenstreichungen und Schließungsplänen stehen Arbeitnehmervertretungen in verschiedenen Branchen vor schwierigen Verhandlungen.

Sowohl bei der Gießerei Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern als auch beim Badischen Winzerkeller im baden-württembergischen Breisach laufen derzeit formelle Gespräche über Interessenausgleiche und Sozialpläne. Die Gremien versuchen, die wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Beschäftigten abzufedern oder geplante Maßnahmen zu verzögern.

Gegenentwurf und Proteste am Standort Ueckermünde

Bei der Gießerei Ueckermünde hat der Betriebsrat ein eigenes Eckpunktepapier erarbeitet, das als Gegenentwurf zum vorgelegten Sozialplan dient. Mit diesem Konzept ist die Arbeitnehmervertretung in die Verhandlungen mit der Unternehmensführung eingestiegen. Eine erste Verhandlungsrunde hat bereits stattgefunden, und die Belegschaft soll im Rahmen einer Betriebsversammlung an einem Donnerstag über den aktuellen Stand informiert werden.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Schließung des Werks, die der Betreiber Breyden Anfang Oktober 2026 bekanntgegeben hatte. Von dem Schritt sind rund 300 Jobs betroffen. Das Werk war erst Mitte 2025 von dem Betreiber und dessen Muttergesellschaft Aequita übernommen worden.

Nach Einschätzung des früheren Geschäftsführers Ulrich Stark wird das Werk wegen der laufenden Verhandlungen nicht wie ursprünglich vorgesehen zum Jahresende schließen können. Zudem wies der ehemalige Geschäftsführer auf die wirtschaftliche Gesamtlage des Mutterkonzerns hin: Demnach verzeichne Aequita einen Jahresumsatz von mehr als 2,5 Mrd. Euro sowie einen Jahresgewinn von ca. 500 Mio. Euro.

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Parallel zu den Verhandlungstischen formiert sich am Standort anhaltender Protest aus der Belegschaft und der Region. In Ueckermünde wurde bereits die sechste Mahnwache abgehalten; diese Protestaktionen finden regelmäßig jeden Montag um 18 Uhr statt.

Einigungsstelle beim Badischen Winzerkeller aktiv

Auch in Süddeutschland verhandeln Betriebsrat und Unternehmensleitung über die personellen Konsequenzen einer Neuausrichtung. Beim Badischen Winzerkeller in Breisach werden die Gespräche über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan inzwischen vor der Einigungsstelle geführt, wie aus einem Bericht vom 5. November 2026 hervorgeht.

Die Verhandlungen zwischen der Erzeugergemeinschaft und dem Betriebsrat berühren ein überregionales Netzwerk von Zulieferern. So liefert unter anderem auch die Winzergenossenschaft Schriesheim ihr Lesegut beim Badischen Winzerkeller zum Ausbau ab.

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Instrumente des betrieblichen Interessenausgleichs

In betrieblichen Restrukturierungsphasen kommt dem Interessenausgleich und dem Sozialplan eine zentrale Rolle zu. Während im Interessenausgleich das Zustandekommen, das Ob und das Wie einer Betriebsänderung geregelt werden, dient der Sozialplan dazu, die materiellen Nachteile für die betroffenen Arbeitnehmer durch Abfindungen oder Qualifizierungsmaßnahmen auszugleichen.

Kann auf betrieblicher Ebene keine Übereinkunft erzielt werden, wird häufig eine Einigungsstelle angerufen, um zu verbindlichen Regelungen zu gelangen.

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