Gießener, Mieter

Gießener Mieter in Not: Stadt setzt auf Schlichter-Stelle

15.05.2026 - 12:33:07 | boerse-global.de

Die Stadt Gießen startet eine neutrale Schlichtungsstelle für Mieter und Vermieter, während Neubau- und Modernisierungsprojekte den Wohnungsdruck lindern sollen.

Gießener Mieter in Not: Stadt setzt auf Schlichter-Stelle - Foto: über boerse-global.de
Gießener Mieter in Not: Stadt setzt auf Schlichter-Stelle - Foto: über boerse-global.de

Der örtliche Mieterverein warnt vor einer Zunahme von Eigenbedarfskündigungen und alarmierender Überbelegung von Wohnraum. Fast zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben in überbelegten Wohnungen – in Gießen müssen Wohnzimmer oft als Schlafräume herhalten, Rückzugsorte für Kinder fehlen.

„Wohnkonflikt Hilfe“ als neutraler Mittler

Die Stadt reagiert mit einem besonderen Angebot: Die „Wohnkonflikt Hilfe“ in der Walltorstraße 3 fungiert als neutrale Schlichtungsstelle zwischen Mietern und Vermietern. Das Projekt versteht sich nicht als juristische Rechtsberatung, sondern als präventiver Vermittler. Ziel ist es, Streitigkeiten zu entschärfen, bevor sie vor Gericht landen oder in einer Kündigung münden.

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Das Team bietet zweimal wöchentlich offene Sprechstunden an. Die Stadt betont den niedrigschwelligen Charakter: Besonders Menschen mit sozialen Belastungen oder Sprachbarrieren sollen sich hier abgeholt fühlen. Mareike Bähr leitet das Projekt im Amt für soziale Angelegenheiten. Die Stelle ist eng mit anderen sozialen Trägern und Ämtern vernetzt.

Studierende gesucht: Ehrenamt mit Perspektive

Die Stadt sucht gezielt nach neuen Helfern. Besonders Studierende der Rechts- oder Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität können hier praktische Erfahrung sammeln. Die Freiwilligen moderieren Gespräche zwischen Konfliktparteien und zeigen Handlungsoptionen auf.

Juristische Vorkenntnisse sind nicht nötig – die Stadt bietet umfassende Schulungen. Regelmäßige Teamtreffen sichern die Qualität der Beratung. Neben einer Ehrenamtspauschale erhalten die Helfer Nachweise über ihr Engagement. Dolmetscher und interkulturelle Dienste stellen sicher, dass auch Mieter mit Migrationshintergrund effektiv unterstützt werden.

Wohnbau Gießen: Modernisierung und Neubau

Parallel zu den sozialen Angeboten treibt die Wohnbau Gießen die bauliche Entwicklung voran. Das Flussstraßenviertel steht vor einem umfassenden Umbruch. Viele Gebäude aus den 1930er bis 1950er Jahren haben hohen Modernisierungsbedarf, erklärt Geschäftsführerin Dorothee Haberland gemeinsam mit Quartiersentwickler André Reisig.

Ab 2026 starten umfangreiche Modernisierungen in der Schottstraße und Werrastraße. Bereits in der Weserstraße entstehen 40 öffentlich geförderte Wohnungen – finanziert unter anderem durch Darlehen aus dem Bundesprogramm für klimafreundlichen Neubau. Die Anfangshöchstmiete liegt bei etwa 7,60 Euro pro Quadratmeter.

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Aufsichtsratsvorsitzender Francesco Arman betont: Die Schaffung von Wohnraum für breite Schichten habe oberste Priorität. Ein spezielles Kommunikationskonzept soll Ängste vor Verdrängung abbauen und die Mieter während der langjährigen Umbauphasen begleiten.

Landkreis zieht mit: Neue Förderung für sozialen Wohnungsbau

Auch im gesamten Landkreis Gießen werden die Anstrengungen intensiviert. Die SWS GmbH (Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung) setzt auf das Potenzialflächenkataster des Landes Hessen. Landrätin Anita Schneider erklärt: Die Identifizierung von Leerständen und die Nutzung freier Flächen seien essenziell, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken.

Die Förderrichtlinie für sozialen Wohnungsbau wurde angepasst. Künftig fließt die finanzielle Unterstützung flexibler und bereits in früheren Bauphasen – vor allem für Baugenossenschaften, die oft mit hohen Vorleistungen kämpfen. SWS-Geschäftsführerin Negar Jahadi betont die Notwendigkeit einer effektiven Planung durch das neue Kataster, das Daten zu Gebäudezustand und Denkmalschutz liefert.

Der integrierte Ansatz aus Neubau, Modernisierung und professioneller Konfliktberatung soll den sozialen Frieden in der Stadt bewahren. Der Mieterverein kritisiert weiterhin die Versäumnisse der Vergangenheit bei der Bekämpfung von Immobilienspekulation. Die Nachfrage nach Vermittlungsdiensten dürfte aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen stabil hoch bleiben.

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