GEW, Berlin

GEW Berlin: Altersermäßigung ab 63 Jahren für Lehrkräfte beschlossen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Felicia Kompio und Gökhan Akgün bleiben an der Spitze der GEW Berlin. Entlastungen an Grundschulen stehen offenen Arbeitszeitfragen gegenüber.

GEW Berlin bestätigt Führung und setzt neue Arbeitsschwerpunkte
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum in einer Berliner Schule mit ordentlich aufgestellten Tischen und Stühlen. Illustration mit AI erstellt.

Die Landesdelegiertenversammlung der Bildungsgewerkschaft GEW Berlin hat Anfang Juni 2026 die personellen und inhaltlichen Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Im Rahmen der zweitägigen Sitzung am 2. und 3. Juni 2026 bestätigten die Delegierten das bestehende Führungsduo in seinen Ämtern.

Felicia Kompio und Gökhan Akgün führen den Landesverband damit weiterhin an. Auch die Leitungen der einzelnen Fachbereiche wurden in ihren Positionen bestätigt, wobei es für die jeweiligen Posten keine Gegenkandidaturen gab.

Strategische Ausrichtung und gewerkschaftliche Kernthemen

Die wiedergewählte Führungsspitze definierte im Zuge der Versammlung die Schwerpunkte der künftigen Gewerkschaftsarbeit. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Tarifpolitik und die Gestaltung der Arbeitszeit. Ziel sei es, nachhaltige Konzepte zur Entlastung der Beschäftigten im Berliner Bildungssektor zu etablieren und die betriebliche Mitbestimmung weiter zu stärken.

Die Delegierten verabschiedeten zudem mehrere Beschlüsse, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen in den Bildungseinrichtungen beziehen. Dazu gehören Forderungen zum verbesserten Gesundheitsschutz sowie Regelungen zu den Pflichtstunden. Ein zentrales Thema der Debatten war zudem die Arbeitszeiterfassung, die als Instrument zur Transparenz und zum Schutz der Arbeitnehmerrechte betrachtet wird.

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Maßnahmen zur Entlastung an Grundschulen

Bereits im Vorfeld der Landesdelegiertenversammlung wurde im Mai 2026 ein spezifisches Entlastungspaket verabschiedet. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Vereinbarung ist die Schaffung zusätzlicher Stellen an Berliner Grundschulen. Die Maßnahmen konzentrieren sich dabei auf Schulen mit der sogenannten Typisierung 5-7. Dies betrifft Schätzungen zufolge etwa 130-140 Bildungseinrichtungen in der Hauptstadt.

Zusätzlich zur personellen Aufstockung enthält das Paket Regelungen zur Altersermäßigung. Diese sieht vor, dass für Lehrkräfte und pädagogisches Personal ab dem 63. Lebensjahr eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung beziehungsweise der Arbeitszeit erfolgt. Damit soll der zunehmenden Belastung älterer Beschäftigter im Schuldienst Rechnung getragen werden.

Offene Punkte bei Arbeitszeit und weiterführenden Schulen

Trotz der Verabschiedung des Entlastungspakets bleiben zentrale Forderungen der Gewerkschaft bisher unerfüllt. So konnte im Rahmen des Pakets vom 18. Mai 2026 keine Einigung bezüglich einer flächendeckenden und rechtssicheren Arbeitszeiterfassung erzielt werden. Die GEW Berlin sieht hier weiterhin dringenden Handlungsbedarf, um die tatsächliche Arbeitsbelastung der Pädagogen dokumentieren und begrenzen zu können.

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Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Fokus der bisherigen Maßnahmen. Die Gewerkschaft fordert verstärkte Anstrengungen für den Bereich der weiterführenden Schulen. Während für die Grundschulen erste Entlastungsschritte eingeleitet wurden, stünden entsprechende Konzepte für Sekundarschulen und Gymnasien noch aus.

Vertreter der GEW im Hauptpersonalrat führen dazu derzeit Gespräche, um den aktuellen Stand der Verhandlungen zu bewerten und weitere Schritte zur Umsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen zu koordinieren.

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