Getränkeflaschen: Neue EU-Recycling-Quoten ab August 2026
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Durchführungsbeschluss zur Einwegkunststoffrichtlinie präzisiert, wie Hersteller den Einsatz von Recycling-Kunststoff nachweisen müssen.
Quoten steigen schrittweise
Schon seit Anfang 2025 gilt: PET-Getränkeflaschen müssen mindestens 25 Prozent Rezyklat enthalten. Bis 2030 steigt diese Vorgabe auf 30 Prozent. Die neuen Regeln definieren nun genau, wie die Unternehmen diese Quoten berechnen und belegen müssen.
Parallel dazu kommt eine weitere Neuerung: Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) wird ab dem 12. August 2026 direkt in allen EU-Staaten wirksam. Sie soll das Verpackungsrecht europaweit vereinheitlichen.
Deutschland hinkt bei Mehrweg hinterher
Die EU-Vorgaben treffen auf einen deutschen Markt mit Problemen. Der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen lag 2024 bei nur 34,5 Prozent. Das Ziel des Verpackungsgesetzes: 70 Prozent. Die Realität ist also weit entfernt.
Die Unterschiede zwischen den Getränkesegmenten sind enorm:
- Bier: 78,1 Prozent Mehrweg
- Mineralwasser: 45,8 Prozent
- Softdrinks: 22 Prozent
- Säfte: 12,3 Prozent
- Milch: 2,1 Prozent
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Immerhin: Der Anteil von Einweg-PET sank auf 38,6 Prozent. Dafür stiegen Metalldosen auf 5,8 Prozent.
Frankreich setzt auf Recycling statt Mehrweg
Andere EU-Länder gehen andere Wege. In Frankreich wird über ein Pfandsystem für Plastikflaschen debattiert – mit Fokus auf Recycling, nicht auf Wiederverwendung. Umweltverbände kritisieren das: Eine reine Recyclinglösung bleibe hinter den Möglichkeiten der Abfallvermeidung zurück.
Sollte Frankreich die Sammelziele verfehlen, droht ab Januar 2029 eine Pfandpflicht. Die Kosten für Verbraucher: geschätzt ein bis drei Milliarden Euro.
Refill-Systeme im Trend
Deutschland verfehlt das Mehrwegziel von 70 % deutlich – mit nur 34,5 % im Jahr 2024. Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielten Strategien den Mehrweganteil steigern und gleichzeitig die neuen EU-Quoten sicher erfüllen. Mehrweg-Strategie-Report jetzt sichern
Neben den Pflichtquoten gewinnen freiwillige Nachfüllsysteme an Bedeutung. Eine Umfrage vom Juni 2026 zeigt: 88 Prozent der Befragten kennen Refill-Optionen für Flüssigseife. Fast drei Viertel haben in den letzten sechs Monaten Nachfüllbeutel gekauft.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Materialeinsparungen zwischen 65 und 85 Prozent sind möglich. Und die Nachfüllpackungen sind meist günstiger als Standardverpackungen.
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