Geschäftskonten, ING

Geschäftskonten: ING, N26 und Finom konkurrieren um Solo-Selbstständige

29.05.2026 - 23:51:46 | boerse-global.de

Eine Analyse zeigt: Immer mehr Anbieter setzen auf maßgeschneiderte Geschäftskonten für verschiedene Unternehmertypen.

Geschäftskonten: ING, N26 und Finom konkurrieren um Solo-Selbstständige - Foto: über boerse-global.de
Geschäftskonten: ING, N26 und Finom konkurrieren um Solo-Selbstständige - Foto: über boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse von zwölf Business-Konten zeigt: Anbieter wie ING, N26 und Finom setzen verstärkt auf maßgeschneiderte Angebote für unterschiedliche Unternehmertypen – vom Solo-Selbstständigen bis zur etablierten GmbH.

Spezialisierung statt Einheitslösung

Der Trend ist eindeutig: Weg vom Standard-Konto, hin zur Profil-basierten Empfehlung. Laut einer Untersuchung von biallo.de locken mehrere Anbieter mit kontoführungsgebührenfreien Basiskonten ohne Mindesteinlage. Dazu zählen ING, N26 Business, Fyrst Base, Finom Solo, Qonto Starter, Vivid und Kontist Free.

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Die Fragmentierung schreitet voran. Für Solo-Selbstständige gelten N26 und Finom als erste Wahl. Unternehmen, die auf eine DATEV-Anbindung angewiesen sind, greifen häufig zum Qonto-Smart-Tarif. Wachsende Firmen werden zu Modellen wie dem ING-Tarif M geführt. Für spezielle Rechtsformen wie junge GmbHs und UGs haben Qonto und Fyrst eigene Pakete geschnürt.

Ganz anders sieht es bei den Filialbanken aus. Die Kosten sind dort deutlich höher: Die Commerzbank verlangt monatlich rund 29,90 Euro, die Deutsche Bank startet bei 12,90 Euro, die Postbank bei 9,90 Euro. Die Volksbank Bochum Witten bietet zwar ein Premium-Modell für 40 Euro im Monat, hat aber auch günstigere Varianten ab 12,50 Euro im Programm.

Zinswettbewerb um Unternehmensliquidität

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2025 auf rund 23.900 gestiegen – der höchste Stand seit einem Jahrzehnt, wie die Creditreform ermittelte. Kein Wunder also, dass die Liquiditätsplanung für den Mittelstand oberste Priorität hat. Die Deutsche Bank empfiehlt Unternehmen, drei bis sechs Monatsausgaben als flexible Reserve auf einem Tagesgeldkonto zu parken und mittelfristige Rücklagen in Festgeld anzulegen.

Der Wettbewerb um Einlagen hat sich im Mai 2026 verschärft. Während Lockangebote von Retail-Banken wie Chase und Norisbank meist Privatkunden vorbehalten sind, gibt es mittlerweile spezifische Business-Alternativen: Finom Basic bietet 5 Prozent Zinsen für fünf Monate, Tide 4,25 Prozent und Vivid 4 Prozent. Die ING hält sich zurück: Man setze lieber auf treue Kunden als auf aggressive Teaser-Zinsen, so die Führungsetage.

Digitalisierung wird zur Pflicht

Die Verzahnung von Banking, Buchhaltung und Steuer-Compliance entwickelt sich zum Standard. Anbieter wie Vivid Money und Jimdo werben mit Lexware- und DATEV-Schnittstellen, automatisierter Rechnungsstellung und Steuer-Tools. Unterstützt wird dieser Trend durch KI-gestützte Anwendungen. Die Berliner Norman Finance App etwa nutzt künstliche Intelligenz für die Buchhaltung und reicht Steuererklärungen direkt via ELSTER ein.

Der Druck zur Digitalisierung kommt auch vom Gesetzgeber. Seit Anfang 2025 müssen deutsche B2B-Unternehmen in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen. Die Übergangsfristen für den Versand laufen im Laufe des Jahres 2026 und 2027 aus – viele Firmen müssen ihre ERP-Systeme modernisieren. Hinzu kommen verschärfte Auflagen zur Geldwäscheprävention, die dynamischere, risikobasierte Überwachungssysteme erfordern.

Neue Impulse bei Zahlungsinfrastruktur und Investments

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Auch die Infrastruktur für Geschäftstransaktionen wird weiterentwickelt. Stripe hat am 28. Mai 2026 sein Zahlungssystem aufgerüstet: One-Click-Checkouts und automatisierte Steuerfunktionen für Plattformen sind jetzt verfügbar. Das Unternehmen hatte zuvor an einem verlängerten Shopping-Wochenende über 31 Milliarden US-Dollar abgewickelt.

Die Initiative „Deutschland zahlt digital" startete am heutigen Freitag ein Programm, das Händlern ermöglicht, Kartenzahlungen zwölf Monate lang ohne Transaktionsgebühren zu testen. Ein Schritt, der den veränderten Verbrauchergewohnheiten Rechnung trägt: 59 Prozent der Kunden bevorzugen bargeldloses Bezahlen, 19 Prozent meiden Geschäfte, die nur Bargeld akzeptieren.

Auch die Investmentmöglichkeiten für kleinere Unternehmen erweitern sich. Das Projekt „S neo" der Sparkassen soll mit günstigen Wertpapierorders und Zugang zu 21.000 Wertpapieren direkt über die Sparkassen-App gegen die Neo-Broker antreten. Die Preise sollen wettbewerbsfähig sein – ob das Angebot verfügbar ist, entscheiden jedoch die einzelnen Regionalinstitute.

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