Geothermie-Ausbau: SM Group verdoppelt Kapazität auf Luzon
26.05.2026 - 05:04:26 | boerse-global.deDer philippinische Mischkonzern SM Investments Corporation hat seinen Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch auf 31 Prozent erhöht. Das gab das Unternehmen am Montag in einer Leistungsbilanz bekannt. Der Anstieg von 27 Prozent im Jahr 2024 zeigt: Selbst in Schwellenländern wird die Energiewende für Großkonzerne zum strategischen Imperativ.
Insgesamt bezog die SM Group im Jahr 2025 rund 730 Millionen Kilowattstunden aus erneuerbaren Quellen. Dadurch vermied der Konzern den Ausstoß von mehr als 370.000 Tonnen CO?. Das Konglomerat, das Einzelhandels-, Immobilien- und Bankgeschäfte unter einem Dach vereint, will seinen riesigen Energiebedarf mit internationalen Klimastandards in Einklang bringen.
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Geothermie als Rückgrat der Strategie
Das Herzstück der Energiewende ist die Tochtergesellschaft Philippine Geothermal Production Company (PGPC). Sie betreibt die Dampffelder Mak-Ban und Tiwi, die zusammen eine Kapazität von bis zu 400 Megawatt liefern. Geothermie hat einen entscheidenden Vorteil: Sie läuft rund um die Uhr, anders als Solar- oder Windkraft.
PGPC baut ihr Geschäft auf der Insel Luzon massiv aus. Sechs neue Standorte sind in der Entwicklung, ihre potenzielle Gesamtleistung wird ebenfalls auf 400 Megawatt geschätzt. Sollten alle Projekte realisiert werden, verdoppelt sich die geothermische Kapazität des Konzerns. Das sichert nicht nur stabile Energiekosten, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Parallel dazu setzt die Immobilientochter SM Prime auf Solarenergie. Mehr als 200.000 Solarmodule sind bereits auf 69 Standorten installiert. Die Dächer der eigenen Einkaufszentren und Gewerbeimmobilien werden so zu Mini-Kraftwerken, die einen Teil des Strombedarfs direkt vor Ort decken. Das entlastet das nationale Stromnetz und senkt die Betriebskosten.
Banken lenken Kapitalströme um
Die Energiewende der SM Group findet nicht nur auf Dächern und in Kraftwerken statt, sondern auch in den Bilanzen. Die Konzerntochter BDO Unibank hat nach eigenen Angaben Kredite in Höhe von umgerechnet rund 18,5 Milliarden Euro für nachhaltige Projekte vergeben. Davon fließen umgerechnet etwa 2,7 Milliarden Euro in 71 konkrete Erneuerbare-Energie-Vorhaben.
Auch die China Banking Corporation, ebenfalls Teil des Konzerns, steuerte umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro für Energieprojekte bei. Diese gebündelte Finanzkraft schafft einen internen Kreislauf: Die Banken finanzieren die Projekte, die Energieabnehmer im Konzern nutzen den Strom, und die Kraftwerkstochter liefert die Technik.
Weltweit laufen Großprojekte an
Die Entwicklung auf den Philippinen ist Teil eines globalen Trends. Noch am selben Tag, dem 25. Mai 2026, gaben mehrere internationale Konzerne den Baustart für Milliardenprojekte bekannt.
In Australien beginnt Fortescue mit dem Bau des 690-Megawatt-Solarkraftwerks Turner River in der Pilbara-Region. Die Anlage mit über einer Million Solarmodulen ist Herzstück des "Pilbara Green Grid", das den Eisenerzabbau bis 2030 klimaneutral machen soll. Zusammen mit bestehenden Wind- und Batteriespeichern entsteht ein Netz mit mehr als 1,4 Gigawatt Leistung.
In Deutschland startete RWE den Bau des Solarparks Manheimer Bucht. Die Anlage mit 16,5 Megawatt Spitzenleistung entsteht im Tagebau Hambach und wird 25.300 Module umfassen. Ein 80-Megawattstunden-Batteriespeicher gleicht die Schwankungen der Solarstromerzeugung aus. Fertigstellung: Ende 2026.
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Netzausbau wird zur Schlüsselaufgabe
Damit der grüne Strom auch ankommt, müssen die Netze mitwachsen. Der norddeutsche Versorger Hansewerk kündigte an, bis 2030 mehr als 2,63 Milliarden Euro in die Energienetze Schleswig-Holsteins zu investieren. Davon fließen 2,5 Milliarden Euro direkt in die Stromnetze, um die wachsenden Mengen aus Windkraft und Photovoltaik aufnehmen zu können. Der Solarstrom-Einspeisung in der Region stieg im vergangenen Jahr um 28,4 Prozent.
Ausblick: Geothermie bleibt Trumpf
Für die SM Group ist der Weg klar: Die sechs neuen Geothermie-Standorte auf Luzon haben Priorität. Sollten sie vollständig realisiert werden, könnte der Konzern seinen Ökostrom-Anteil weiter deutlich steigern. Die Kombination aus eigener Stromproduktion, riesigem Verbrauch und hauseigener Finanzierung macht das Unternehmen zu einem der Vorreiter der Energiewende in Südostasien.
Die Herausforderung bleibt die regionale Regulierung. Doch solange die internen Kreisläufe funktionieren und die Kosten sinken, dürfte die SM Group ihren Kurs fortsetzen. Das Modell könnte Schule machen – nicht nur auf den Philippinen.
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