Generationenkonflikte, Job

Generationenkonflikte im Job: 28% der unter 30-Jährigen belastet

22.06.2026 - 06:31:27 | boerse-global.de

Neue BAuA-Analyse zeigt: Trotz guter Zusammenarbeit wachsen Generationenkonflikte und psychische Belastungen im Job.

BAuA-Dossier: Soziale Beziehungen am Arbeitsplatz unter Druck
Generationenkonflikte - Eine Gruppe von Fachleuten verschiedener Generationen arbeitet in einem modernen Büro zusammen, unterstreicht Teamwork und Austausch. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ein neues Dossier zur Gestaltung sozialer Beziehungen im Beruf vorgelegt. Während 87 Prozent der Beschäftigten von guter Zusammenarbeit berichten, warnen Krankenkassen vor wachsenden Spannungen zwischen den Generationen.

In dem am Sonntag veröffentlichten Dossier definiert die BAuA soziale Beziehungen über Häufigkeit und Qualität der Interaktionen. Zentrale Ziele für Unternehmen: Wahrung der Würde, fachlicher Austausch, gegenseitige Unterstützung und klare Konfliktregeln. Respektvoller Umgang gilt als wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit.

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Jüngere leiden besonders unter Konflikten

Eine Befragung von BIBB und BAuA aus 2024 zeichnet ein positives Bild: 79 Prozent der Beschäftigten fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, 80 Prozent erhalten Hilfe von Kollegen. Die Unterstützung durch Vorgesetzte liegt bei 63 Prozent, regelmäßiges Lob bekommen nur 41 Prozent.

Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt dagegen spezifische Belastungen für Jüngere: 28 Prozent der unter 30-Jährigen erleben Generationenkonflikte – über dem Durchschnitt von 23 Prozent. Ein Viertel fühlt sich stark belastet. Besonders betroffen: das Gesundheitswesen und der Erziehungsbereich mit jeweils 30 Prozent.

Zusammenhalt schwindet – auch im Job

Eine Forsa-Umfrage vom März 2026 bestätigt den Negativtrend. 77 Prozent der Befragten sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den letzten drei Jahren geschwunden. 86 Prozent beobachten mehr Respektlosigkeit und Beleidigungen. Bezogen auf das Arbeitsumfeld stellen 42 Prozent eine Verschlechterung des Miteinanders fest.

Die BAuA-Analyse nennt Risikofaktoren: unzureichender Austausch, mangelnde Unterstützung, destruktives Verhalten. Aber auch Einzelarbeit, mobiles Arbeiten, Homeoffice und unklare Kompetenzverteilung belasten das soziale Klima.

Rechtliche Pflichten für Arbeitgeber

Das Arbeitsschutzgesetz (§ 5 Abs. 3 Ziff. 6) verpflichtet Arbeitgeber zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Die Empfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fordern Schutz vor Gewalt und destruktivem Verhalten. Zu den Gestaltungszielen gehören planbare Arbeitszeiten, Pausen und ausreichende Handlungsspielräume.

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Kooperationsbereitschaft wird unterschätzt

Eine Studie der Universität Bonn in der Fachzeitschrift „Science“ zeigt: Die tatsächliche Kooperationsbereitschaft ist höher als vermutet. In einem weltweiten Experiment mit über 100.000 Teilnehmern zeigten 69 Prozent hohe Kooperationsbereitschaft. In Deutschland lag der Wort bei 86 Prozent. Die Probanden schätzten die Quote dagegen nur auf 47,6 Prozent.

Teamkultur als Wettbewerbsvorteil

Trotz der Trends gibt es Unternehmen mit überdurchschnittlicher Teamkultur. Im aktuellen Ranking zum besten Arbeitgeber Deutschlands 2026 von kununu erreichte die TauRes Gesellschaft für Investmentberatung mbH den ersten Platz – mit einem Score von 4,66 von 5 Punkten. Besonders hervorgehoben: Teamkultur und Transparenz. Im Kampf um Fachkräfte wird das soziale Gefüge zum entscheidenden Faktor.

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