Gel-Maniküre, Britisches

Gel-Maniküre: Britisches Verbot für TPO-Stoffe ab 15. August

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Großbritannien untersagt TPO-haltige Neuware, erlaubt vorhandene Bestände aber bis Februar 2027. UV-Lampen und Acrylate bleiben weitere Risikofaktoren.

TPO-Verbot in Großbritannien: Neue Regeln für Gel-Maniküre
Professionelle Nagellackfläschchen und eine UV-Härtungslampe auf einem sauberen, minimalistischen Studiotisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Bereich der professionellen Nagelpflege gelten verschärfte Sicherheitsanforderungen für chemische Inhaltsstoffe. Im Mittelpunkt der regulatorischen Anpassungen steht die Substanz Diphenyl(2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphinoxid, kurz TPO.

Während die Europäische Union entsprechende Beschränkungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt hat, traten im Vereinigten Königreich im August 2026 neue Verbote in Kraft, die sowohl den Handel als auch die Anwendung von Gel-Maniküre-Produkten betreffen.

Fristen und Übergangsregelungen für den britischen Markt

Die britischen Behörden haben den Verkauf neuer Produkte, die den als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B) eingestuften Stoff TPO enthalten, mit Wirkung zum 15. August 2026 untersagt. Für die Branche bedeutet dies eine kurzfristige Umstellung des Sortiments auf konforme Alternativen.

Um den wirtschaftlichen Schaden für Kosmetikstudios und Händler zu begrenzen, wurde eine Übergangsfrist für bereits vorhandene Lagerbestände festgelegt. Bestehende Produkte, die TPO enthalten, dürfen demnach noch bis zum 14. Februar 2027 in der Praxis verwendet werden.

Nach Ablauf dieser Frist ist der Einsatz dieser Stoffe in der Maniküre vollständig untersagt. In der Europäischen Union wurde ein vergleichbares Verbot für TPO in Kosmetikartikeln bereits in den vergangenen Jahren wirksam.

Wissenschaftlicher Hintergrund und Risikobewertung

TPO dient in der Kosmetikindustrie als Photoinitiator. Er sorgt dafür, dass Gel-Nagellacke unter Einwirkung von UV-Licht innerhalb kurzer Zeit aushärten. Die regulatorische Neueinstufung resultiert aus Studien, die gesundheitliche Risiken untersuchten. In Versuchen mit Ratten wurde festgestellt, dass hohe Dosen von TPO mit Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit in Verbindung stehen.

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Experten ordnen das Risiko für den Menschen differenziert ein. Demnach seien die in den Endprodukten verwendeten Mengen an TPO gering. Zudem weisen Fachleute darauf hin, dass die Chemikalie bei einer oberflächlichen Anwendung auf dem Nagel nicht leicht vom Körper absorbiert werde.

Dennoch führt die Einstufung als Stoff mit reproduktionstoxischen Eigenschaften der Kategorie 1B unter den geltenden Chemikalienverordnungen zwangsläufig zu einem Verbot in frei verkäuflichen Kosmetika.

Ergänzende Sicherheitsaspekte bei der Gel-Maniküre

Neben der chemischen Zusammensetzung der Produkte rücken auch die technischen Hilfsmittel in den Fokus der Sicherheitsbetrachtung. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2023 befasste sich mit den Auswirkungen der zur Aushärtung genutzten UV-Lampen auf menschliche Hautzellen.

Die Daten zeigten, dass eine zwanzigminütige Exposition zu einem Zelltod von 20 bis 30 Prozent führen kann. Bei drei aufeinanderfolgenden Anwendungen stieg diese Quote auf 65 bis 70 Prozent an.

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Zusätzlich warnen Branchenexperten vor den Risiken durch Acrylate, wie beispielsweise HEMA. Diese Stoffe können bei unsachgemäßer Anwendung oder Hautkontakt dauerhafte Allergien auslösen. Da Acrylate auch in medizinischen Bereichen wie der Zahntechnik eingesetzt werden, können solche Kontaktallergien langfristige Konsequenzen für betroffene Personen haben. Zudem wird vor mechanischen Schäden durch übermäßiges Feilen der Naturnägel gewarnt.

Marktentwicklung und alternative Verfahren

Die Kosmetikindustrie hat auf die regulatorischen Änderungen reagiert, sodass TPO-freie Alternativen bereits flächendeckend zur Verfügung stehen. Hersteller nutzen alternative Photoinitiatoren, um die gewohnte Funktionalität der Gel-Produkte ohne die Verwendung kritischer Substanzen zu gewährleisten.

Als eine der schonendsten Methoden zur Nagelpflege wird in Fachkreisen derzeit die japanische Maniküre angeführt. Dieses Verfahren verzichtet vollständig auf chemische Aushärtungsprozesse, Acrylate und die Bestrahlung mit UV-Licht, wodurch die typischen Risiken herkömmlicher Gel-Systeme vermieden werden.

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