Gehaltsreport, Frankfurt

Gehaltsreport 2026: Frankfurt zahlt 13.900 Euro mehr als Leipzig

06.06.2026 - 10:33:28 | boerse-global.de

Der Stepstone-Gehaltsreport 2026 zeigt große regionale und branchenspezifische Unterschiede. Frankfurt führt, Leipzig liegt abgeschlagen. Mediziner und KI-Experten verdienen am besten.

Stepstone-Gehaltsreport 2026: Frankfurt vor Leipzig mit 14.000 Euro mehr
Gehaltsreport - Ein geteiltes Bild mit der modernen Skyline von Frankfurt auf der einen Seite und der historischen Architektur von Leipzig auf der anderen. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der neue Stepstone-Gehaltsreport 2026 zeigt drastische Unterschiede: Wo Sie arbeiten, bestimmt maßgeblich, was Sie verdienen.

Frankfurt vor Leipzig – die große Kluft

Das bundesweite Bruttomediangehalt liegt bei 53.900 Euro. Doch wer in Frankfurt arbeitet, verdient im Schnitt 59.535 Euro – ganze 13.900 Euro mehr als Beschäftigte in Leipzig mit 45.635 Euro. Hamburg führt im Ländervergleich die Spitze an.

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Die Gehaltsschere zwischen Ost und West bleibt bei rund 15 Prozent. Eine Prognos-Studie vom März zeichnet ein differenzierteres Bild: Süddeutsche Standorte wie München punkten mit höherer Lebensqualität und Wirtschaftskraft. Das Nord-Süd-Gefälle (25 Punkte) fällt demnach deutlich stärker aus als der Ost-West-Unterschied (3 Punkte).

Mediziner, KI-Experten und Banker vorn

Die Branche entscheidet mit. Ärzte verdienen im Median over 100.000 Euro – Spitzenreiter. Dahinter folgen Bereichsleiter mit rund 80.500 Euro. Im Technologiesektor haben KI-Spezialisten die Nase vorn: 77.800 Euro gegenüber 66.750 Euro für klassische IT-Fachkräfte.

Das Bankwesen bleibt mit 70.250 Euro die lukrativste Branche, gefolgt von Luft- und Raumfahrt sowie Versicherungen. Key Account Manager kassieren als bestbezahlte Vertriebsspezialisten 92.000 Euro.

Führungskräfte verdienen durchschnittlich 62.000 Euro – 21 Prozent mehr als Beschäftigte ohne Personalverantwortung (51.200 Euro). Kienbaum prognostiziert für 2026 eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 3,1 Prozent.

Tarifbindung: Der entscheidende Faktor fürs Urlaubsgeld

Ob Sie Urlaubsgeld bekommen, hängt stark vom Tarifvertrag ab. Laut WSI erhalten 72 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben diese Sonderzahlung – aber nur 34 Prozent in Betrieben ohne Tarif. In der Privatwirtschaft liegt die Quote bei 44 Prozent.

Großunternehmen wie Bosch, Mercedes-Benz, Stihl und ZF zahlen im Mai oder Juni Urlaubsgelder nach IG-Metall-Tarif – rund 69 bis 70 Prozent eines Monatsverdienstes. Auch dm und Lidl leisten Sonderzahlungen. SAP setzt dagegen auf Boni (15 bis 25 Prozent des Gehalts) und aktienbasierte Vergütung. Für 135.000 Beschäftigte in Versorgungsbetrieben trat zum 1. Juni eine Tariferhöhung von 1,25 Prozent in Kraft.

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Gender-Pay-Gap: Die Lücke wächst mit der Erfahrung

Frauen verdienen im Median 50.500 Euro, Männer 55.900 Euro. Der Abstand vergrößert sich mit der Berufserfahrung: In den ersten drei Jahren liegt er bei knapp 4.000 Euro, nach zehn Jahren bei rund 10.000 Euro.

EU-Richtlinie: Zeitdruck für Arbeitgeber

Am 7. Juni läuft die Umsetzungsfrist für die EU-Entgelttransparenzrichtlinie ab. Wie genau die nationale Ausgestaltung aussieht, ist politisch umstritten – besonders die Rolle von Marktfaktoren und der Tarifautonomie. Klar ist: Juristen warnen vor einem gestiegenen Klagerisiko. Unternehmen sollten ihre Entgeltstrukturen proaktiv prüfen, sonst drohen Diskriminierungsklagen.

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