Gehaltsbudgets 2027: Deutsche Unternehmen planen nur noch 2,7%
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer Phase deutlicher Lohnanpassungen in den vergangenen Jahren zeichnet sich für die nahe Zukunft eine moderatere Entwicklung ab. Wie aus der am 2. September 2026 veröffentlichten Lurse-Studie 2026/27 hervorgeht, reduzieren deutsche Unternehmen ihre Budgets für Gehaltserhöhungen schrittweise.
Während die realisierten Erhöhungsbudgets im Jahr 2026 noch bei 3,0 % lagen, planen die Verantwortlichen für das Jahr 2027 derzeit mit einem Volumen von 2,7 %. Damit setzt sich ein Trend zur Konsolidierung fort, da die Budgets im Jahr 2025 mit 3,3 % noch auf einem höheren Niveau gelegen hatten.
Deutliche Unterschiede zwischen den Branchen
Die aktuelle Erhebung verdeutlicht eine tiefe Kluft zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Insbesondere die industriellen Kernsektoren zeigen sich bei den Planungen für die kommenden Entgeltrunden zurückhaltend. Die Chemiebranche verzeichnet laut der Untersuchung mit 1,4 % das niedrigste Erhöhungsbudget im Branchenvergleich. Auch in der Automobilindustrie fallen die geplanten Anpassungen mit 2,4 % vergleichsweise moderat aus.
Ein gegensätzliches Bild zeigt sich im Dienstleistungssektor. Unternehmen aus den Bereichen Versicherungen und Beratung weisen mit 3,8 % die höchsten Erhöhungsbudgets aus. Diese Branchen scheinen damit weiterhin stärker auf finanzielle Anreize zu setzen, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen oder der spezifischen Ertragslage Rechnung zu tragen.
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Strategische Schwerpunkte: Pay Equity im Fokus
Neben der reinen Budgethöhe rücken strukturelle Fragen der Vergütung stärker in den Mittelpunkt der unternehmerischen Personalarbeit. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Entgeltgerechtigkeit.
Laut der Studie ist Pay Equity bei 79 % der befragten Unternehmen ein Top-Thema. Dies deutet darauf hin, dass Firmen ihre Budgets zunehmend gezielter einsetzen, um bestehende Lohnlücken zu schließen und regulatorische sowie gesellschaftliche Anforderungen an eine faire Bezahlung zu erfüllen. Die reine Gießkannen-Verteilung von Erhöhungen tritt damit zugunsten einer strategischen Budgetallokation zurück.
Internationaler Vergleich am Beispiel Kanada
Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass die Budgetplanungen in anderen Wirtschaftsräumen zum Teil deutlich großzügiger ausfallen. Für Kanada wird für das Jahr 2027 ein Gesamtbudget von 4,0 % erwartet.
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Diese Summe setzt sich aus einem Standardbudget von 3,1 % und einem zusätzlichen Strukturbudget von 0,9 % zusammen. Damit liegen die Erwartungen für den kanadischen Markt spürbar über den für Deutschland prognostizierten Werten, was die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Arbeitsmarktdynamiken in den jeweiligen Regionen unterstreicht.
Die Ergebnisse der Lurse-Studie liefern damit eine wichtige Orientierung für HR-Abteilungen und Geschäftsführungen, die sich derzeit in den Planungsprozessen für das kommende Geschäftsjahr befinden. Es zeigt sich, dass die Unternehmen trotz der Herausforderungen bei der Fachkräftesicherung eine vorsichtigere Budgetpolitik verfolgen als noch im Vorjahr.
