Gefahrgutübung: Feuerwehren trainieren Dekontamination bei Chemieunfällen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst haben auf dem Werksgelände des Technologiekonzerns ZF in Auerbach eine groß angelegte Gefahrgutübung absolviert. Ziel des Trainings war es, das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen bei komplexen chemischen Schadenslagen und Havarien im gewerblichen Logistikbereich unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben.
Am 12. September 2026 erfolgte um 13:46 Uhr die Alarmierung für die Feuerwehren des Landkreises Amberg-Sulzbach, das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sowie die Feuerwehr Neuhaus/Pegnitz. Das angenommene Szenario ging von einem Zwischenfall bei der Entladung eines Stückgut-Lastwagens aus: Unbekannte Substanzen traten aus Transportbehältern aus, während eine Person unter einem der Behälter lag.
Schnelle Dekontamination und Patientenversorgung
Bereits rund 10 Minuten nach dem Alarm trafen die ersten Einsatzkräfte in Chemikalienschutzanzügen am Schadensort ein. Die Feuerwehren des Landkreises Amberg-Sulzbach richteten vor Ort einen Dekontaminationsplatz inklusive Schleuse ein, stellten den Brandschutz sicher und leiteten Abdichtungs- sowie Sicherungsmaßnahmen an den beschädigten Transportgefäßen ein.
Um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, handelte es sich bei den austretenden Stoffen um präparierte, ungefährliche Substanzen, in der Regel reines Wasser.
Parallel dazu übernahm das BRK die Sichtung und Erstversorgung der Betroffenen. Insgesamt 19 Personen, die laut Übungsanlage Stoffkontakt erlitten hatten oder über Reizungen klagten, durchliefen die Triage und medizinische Versorgung. Darüber hinaus stellte die Hilfsorganisation die Verpflegung der eingesetzten Einheiten sicher.
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Geführt wurde der Einsatz vom Ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach, der von Vertretern des Fachbereichs Gefahrgut, der Drohnengruppe Kümmersbruck und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) unterstützt wurde.
Betriebliche Gefahrenabwehr im bundesweiten Fokus
Regelmäßige Übungen dieser Art bilden eine zentrale Säule der betrieblichen Notfallvorsorge in Industrie- und Logistikbetrieben, um im Ernstfall Gefahren für Belegschaft, Umwelt und Betriebsanlagen rasch abzuwenden. Das Auerbacher Training reiht sich in eine Serie standortübergreifender Schadstoffübungen ein.
So probten am 18. September 2026 der Chemiekonzern BASF und die Bundeswehr mit dem ABC-Abwehrregiment 750 „Baden“ auf dem Areal der BASF-Kläranlage in Ludwigshafen erstmals gemeinsam einen Großschadensfall.
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Rund 40 Soldatinnen und Soldaten sowie 75 BASF-Einsatzkräfte trainierten unter gemeinsamer Einsatzleitung chemietypische Lagen, Geländeerkundungen und die Dekontamination von Personal und Großgeräten.
Am 20. September 2026 führten zudem die Gefahrgutzüge aus Seelze, Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen eine vierstündige Übung auf einem Betriebsgelände in Seelze-Letter durch, bei der 74 Einsatzkräfte das Abdichten und Umpumpen nach einem simulierten Austritt von Styren probten.
