Gastgewerbe-Krise, Umsätze

Gastgewerbe-Krise: Umsätze fallen um 5,2%, 600 Insolvenzen

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Destatis meldet für das deutsche Gastgewerbe im ersten Halbjahr 2026 einen realen Umsatzrückgang von 5,2 Prozent. Die Gastronomie ist stärker betroffen als die Hotellerie.

Gastgewerbe-Umsatz sinkt real um 5,2 Prozent im ersten Halbjahr 2026
Ein leerer Gastraum in einem Restaurant mit gedimmtem Licht und unbesetzten Tischen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das deutsche Gastgewerbe steht vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 20. August 2026 mitteilte, verzeichnete die Branche im ersten Halbjahr 2026 einen preisbereinigten Umsatzrückgang von real 5,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz gestiegener Preise, die zu einem nominalen Plus von 2,1 % führten, bleibt die reale Nachfrage deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück.

Gastronomie verzeichnet stärkere Einbußen als Hotellerie

Innerhalb des Sektors zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen, wobei die Gastronomie besonders stark betroffen ist. In dieser Sparte sank der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 real um 5,7 %. Die Beherbergungsbetriebe verbuchten im selben Zeitraum ebenfalls Verluste, die mit einem realen Minus von 3,2 % jedoch moderater ausfielen als im Gaststättengewerbe.

Die negativen Vorzeichen setzten sich auch im laufenden Betrieb zum Ende des zweiten Quartals fort. Im Juni 2026 lag der Umsatz des gesamten Gastgewerbes real um 1,2 % und nominal um 0,9 % niedriger als im Vormonat Mai. Im direkten Vergleich zum Juni des Vorjahres 2025 sanken die Erlöse real um 5,1 %, während sie nominal – getrieben durch die allgemeine Preisentwicklung – um 2,3 % über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen.

Differenzierte Betrachtung der Juni-Ergebnisse

Ein detaillierter Blick auf die Daten für den Monat Juni 2026 verdeutlicht die angespannte Lage in beiden Kernbereichen der Branche:

  • Gastronomie: Hier sanken die Umsätze im Vergleich zum Mai 2026 real um 1,2 % und nominal um 0,9 %. Gegenüber dem Juni 2025 wurde ein reales Minus von 5,1 % registriert, bei einem nominalen Zuwachs von 2,6 %.
  • Hotellerie: Die Hotels verzeichneten im Juni 2026 sowohl real als auch nominal einen Rückgang von jeweils 1,0 % gegenüber dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich zum Juni 2025 lag der Umsatz real um 4,9 % niedriger, während nominal ein leichtes Plus von 1,1 % erzielt wurde.

Bereits das erste Quartal 2026 hatte die Tendenz mit einem realen Umsatzminus von 5,1 % gegenüber dem Vorjahreswert vorgezeichnet.

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Ursachenforschung und strukturelle Belastungen

Branchenvertreter des Verbandes Dehoga führen die anhaltende Schwäche der Branche vor allem auf die hohen Lebenshaltungskosten und eine damit einhergehende Verunsicherung der Verbraucher zurück. Dies führe zu einer spürbaren Zurückhaltung bei den Konsumausgaben für Restaurantbesuche und Reisen.

Zusätzlich wirken strukturelle Faktoren auf die Branche ein. Seit Jahresbeginn beträgt die Mehrwertsteuer auf Speisen 7 % statt zuvor 19 %. Trotz dieser steuerlichen Entlastung sind die Preise für Hauptgerichte seit Anfang des Jahres um 1,2 % gestiegen.

Gleichzeitig belasten steigende Betriebskosten die Unternehmen. Der gesetzliche Mindestlohn liegt derzeit bei 13,90 Euro pro Stunde, was insbesondere im personalintensiven Gastgewerbe die Kalkulationen beeinflusst.

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Insolvenzen und langfristiger Trend

Die wirtschaftliche Anspannung spiegelt sich auch in der Zahl der Betriebsaufgaben wider. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Branche rund 600 Insolvenzen verzeichnet.

Ein Vergleich mit der Zeit vor den globalen Krisenjahren unterstreicht die Schwere der Situation: Real liegt der Umsatz des deutschen Gastgewerbes aktuell um 19,7 % unter dem Niveau des Jahres 2019. Die Branche hat damit das Vor-Krisen-Niveau weiterhin nicht wieder erreicht und kämpft mit einem langfristigen Nachfragerückgang.

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