Gaspreise, EnBW

Gaspreise: EnBW erhöht Tarife ab Januar 2027 um 8,4 Prozent

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 07:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verivox erwartet weitere Belastungen durch hohe Beschaffungskosten; mehrere Versorger haben Preiserhöhungen zum 1. Januar 2027 angekündigt.
Nahaufnahme eines modernen Heizungssystems mit Kupferrohren in einem Kellerraum. Illustration mit AI erstellt.

Verbraucher in Deutschland müssen sich auf spürbar steigende Heizkosten einstellen. Nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox drohen privaten Haushalten weitere flächendeckende Gaspreiserhöhungen, die nun zunehmend auch bestehende Verträge erreichen. Verivox-Chef Daniel Puschmann rechnet damit, dass die massiven Verteuerungen an den Großhandelsmärkten zeitversetzt auf breiter Front an die Endkunden weitergegeben werden.

Großhandelspreise treiben Endkundentarife

Nach Angaben des Vergleichsportals kostet Gas für Endverbraucher aktuell knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr, was einem Niveau von rund 13 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs sind die Gaspreise für Privathaushalte laut Verivox bereits um mehr als 50 Prozent geklettert – ausgehend von rund 8 Cent pro Kilowattstunde auf etwa 12,50 Cent pro Kilowattstunde.

Verantwortlich für den anhaltenden Druck sind die Beschaffungskosten: Die Großhandelspreise liegen derzeit rund 200 Prozent über dem Vorjahresniveau. Während Erdgas im Februar noch bei 32 Euro pro Megawattstunde notierte, liegt der Preis inzwischen bei 96 Euro pro Megawattstunde.

Auch an den Handelsplätzen spiegeln sich die Zuwächse wider: Der Frontmonat November am europäischen Handelsplatz TTF lag zuletzt bei 87,20 Euro pro Megawattstunde und hat sich damit im Vergleich zum Frühjahr verdoppelt. Am deutschen Marktgebiet THE erreichte der Gaspreis Ende Oktober kurzfristig sogar 102,65 Euro pro Megawattstunde, verglichen mit rund 34 Euro im Vorjahr.

Laut Verivox ist ein unmittelbarer Versorgungsengpass derzeit nicht zu befürchten, womit sich die Ausgangslage von der Krise im Jahr 2022 unterscheide. Allerdings sorge vor allem der weltweite Wettbewerb um verfügbare Mengen, unter anderem mit Abnehmern in Japan, für ein dauerhaft hohes Preisniveau.

Versorger heben Preise zum Jahreswechsel an

Für Neukunden liegt der Tarif nach Verivox-Berechnungen typischerweise bereits bei 14 Cent pro Kilowattstunde, bezogen auf eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden in Angeboten mit zwölfmonatiger Preisgarantie. Für ein solches Einfamilienhaus kletterten die Jahreskosten im Schnitt auf rund 2.800 Euro, nachdem es im Vorjahresherbst noch 1.800 Euro bei einem Kilowattstundenpreis von 9 Cent waren.

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Die angekündigte Entwicklung schlägt sich bereits in ersten Tarifanpassungen nieder. Zum 1. Januar 2027 kündigten mehrere regionale Versorger spürbare Aufschläge in der Grundversorgung an. Bei der EnBW steigen die Preise im Gasbereich um 8,4 Prozent, was für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden monatliche Mehrkosten von 17,93 Euro bedeutet.

Die Stadtwerke Hamm heben ihren Tarif um 2,68 Cent pro Kilowattstunde an (ein Plus von 23,54 Prozent), während SWB Bremerhaven den Arbeitspreis um 2,46 Cent auf 14,46 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Zudem erwartet Verivox für 2027 einen Anstieg der Gasnetzentgelte um rund 3 Prozent.

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Handlungsempfehlungen für Haushalte

Verbraucherschützer und das Portal raten Kunden dringend dazu, bestehende Energieverträge auf Laufzeiten, Arbeits- und Grundpreise sowie vereinbarte Preisgarantien zu kontrollieren. Weil sich ältere Verträge häufig automatisch um 12 oder 24 Monate verlängern, sollten Verbraucher frühzeitig Tarife vergleichen und Angebote mit fester Preisgarantie prüfen.

Die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest empfiehlt in ihrer Ausgabe 12/2026 ebenfalls, bei bald endender Preisgarantie rasch neu abzuschließen, da weitere Teuerungswellen drohen. Zudem wird geraten, gezielt Angebote ohne einmalige Bonuszahlungen zu wählen, um langfristige Preissicherheit zu gewährleisten.

Zur Entlastung der Bürger fordert Verivox politische Schritte: Eine Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau würde einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch um rund 90 Euro und ein Paar mit 2.500 Kilowattstunden um etwa 60 Euro entlasten.

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