IG Metall: Porsche als Vorbild für einen sanften Sparkurs bei VW?
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 16:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de
Viele VW-Mitarbeitende stehen dieser Tage ratlos vor den Hiobsbotschaften, die aus der Konzernzentrale eintrudeln. Was gerade bei der Tochterfirma Porsche verhandelt wurde, sorgt sogar für Erstaunen. 'Vielleicht können die Chefs in Wolfsburg ja noch etwas von Stuttgart lernen?', fragt sich nicht nur IG-Metall-Chefin Christiane Benner. Dort haben Management und Betriebsrat im Sommer beschlossen, 5.000 Stellen abzubauen, aber ohne betriebsbedingte Kündigungen – und mit Beschäftigungssicherheit bis 2035. Etwas Trost ist das schon, in Zeiten, in denen bei VW selbst von Zehntausenden gefährdeten Jobs und dem drohenden Aus für gleich vier Werke die Rede ist. Benner schimpft: Was Vorstandschef Blume plane, sei ein Angriff auf die Belegschaft – gerade in Städten, die sowieso wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet sind. Noch gibt es aber Hoffnung: Osnabrück, das Werk mit ungewisser Zukunft, steht kurz vor einer Übernahme. Doch ob sich alle Beteiligten zusammentun – vor allem, wenn Großaktionäre wie Qatar noch Einwände haben –, bleibt offen. Benner bleibt vorsichtig zuversichtlich, dass eine akzeptable Lösung für alle gefunden wird.
Die IG Metall zieht Parallelen zwischen dem Umgang Porsches mit Arbeitsplatzabbau und den geplanten harten Einschnitten bei VW. Während bei VW drastischer Stellenabbau und Werkschließungen drohen, gibt es bei Porsche trotz Personalreduzierungen langfristige Beschäftigungssicherheit. Aktuelle Recherchen ergeben, dass die Stimmung unter den VW-Beschäftigten zunehmend angespannt ist: Die IG Metall fordert von VW ein faires und soziales Vorgehen. Ebenso wurde öffentlich, dass sich immer mehr Arbeitnehmer Sorgen machen, wie die Sparmaßnahmen den Zusammenhalt in der Belegschaft und die Regionen treffen werden. Auch die Übernahmepläne für das Werk Osnabrück durch den israelischen Konzern Rafael sorgen für Diskussionen, da unter anderem geopolitische Bedenken im Raum stehen und Aktionäre wie Qatar mitreden wollen. Hintergrund sind die massiven Umbrüche in der Automobilindustrie, etwa wegen Elektromobilität, Digitalisierung und globalen Marktverschiebungen. Auch Gespräche mit dem Betriebsrat laufen weiter – ein sozialverträglicher Weg, der möglichst viele Arbeitsplätze erhält, ist weiterhin offen.
- Volkswagen steht weiter im Zeichen des Umbruchs: Laut FAZ entwickelt der Konzern konkrete Pläne, um mehrere Werke auf den Prüfstand zu stellen und bis zu 50.000 Stellen zu streichen; dabei verschärfen steigende Kosten und die schleppende Nachfrage nach E-Autos den Druck auf die Führungsspitze (Quelle: FAZ).
- Die Süddeutsche berichtet, dass die Stimmung in den wirtschaftlich schwächeren Regionen, in denen VW-Werke wie Zwickau und Emden angesiedelt sind, besonders angespannt ist – viele Beschäftigte bangen um ihre Jobs, während die Gewerkschaft weiterhin kompromissbereite und zukunftsorientierte Lösungen einfordert (Quelle: Süddeutsche).
- Laut Spiegel beobachten auch externe Marktanalysten die Entwicklung bei VW kritisch: Nicht nur der Absatz von Elektrofahrzeugen stagniert, sondern auch die Restrukturierungsmaßnahmen könnten die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens auf dem Weltmarkt beeinflussen (Quelle: Spiegel).
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