Führungskultur, CEOs

Führungskultur: 99% der CEOs erwarten KI-bedingte Entlassungen

29.05.2026 - 09:19:05 | boerse-global.de

Klare Ansagen statt falscher Rücksicht: Experten fordern von Chefs mehr Konsequenz und systematische Reflexion für bessere Leistung.

Führungskultur: 99% der CEOs erwarten KI-bedingte Entlassungen - Foto: über boerse-global.de
Führungskultur: 99% der CEOs erwarten KI-bedingte Entlassungen - Foto: über boerse-global.de

Denn die Zeiten, in denen Manager Konflikte scheuten, könnten teuer werden.

Die Risiken übertriebener Harmonie

Matthias Kolbusa, Leadership-Coach, warnt in einem aktuellen Interview vor den Folgen übermäßiger Harmoniesucht in der Führungsetage. Sein Kernvorwurf: Viele Chefs verwechseln Konsequenz mit Härte. Dabei gehe es vielmehr darum, vage Erwartungen durch klare Vereinbarungen zu ersetzen.

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Ein zentrales Problem sieht Kolbusa im fehlenden Umgang mit schwächelnden Mitarbeitern. „Ohne Konsequenzen bleibt Leistung auf der Strecke“, so seine Einschätzung. Zielvereinbarungen sollten ambitioniert bleiben – ein Umsatzplus von 25 Prozent nennt er als möglichen Richtwert.

Besonders kritisch sieht der Experte enge private Freundschaften zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Diese führten unweigerlich zu Interessenkonflikten und erschwerten eine objektive Leistungsbeurteilung.

Systematische Reflexion als Erfolgsfaktor

Martin Sommer plädiert in einem Podcast für einen strukturierten Ansatz beim Feedback. Seine einfache, aber wirkungsvolle Methode: Drei Fragen ans Team – Was lief gut? Was lief schlecht? Was können wir verbessern?

Sommer betont, dass Verbesserungen, besonders im Handwerk, kein Zufall sind. Sie entstehen durch systematische Hinterfragung von Arbeitsabläufen. Entscheidend sei der Aufbau einer Fehlerkultur ohne Schuldzuweisungen. Nur so könnten Mitarbeiter wachsen.

„Mitarbeiterentwicklung ist Chefsache“, stellt Sommer klar. Neue Prozesse müssten konsequent eingeübt werden, bevor sie wirklich wirken.

Digitale Helfer für schwierige Gespräche

Unangenehme Themen ansprechen – das fällt vielen Führungskräften schwer. Ob Verhaltensprobleme oder mangelnde Präsentation: Experten raten zu respektvoller, aber direkter Ansprache ohne persönliche Angriffe.

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Hier kommt neue Technologie ins Spiel: Careertrainer.ai bietet ein KI-gestütztes Simulationstool. Führungskräfte und Vertriebsmitarbeiter können schwierige Gespräche mit realistischen digitalen Partnern üben. Die Vorbereitungszeit: rund zehn bis fünfzehn Minuten.

Wer lieber auf traditionelle Schulungen setzt, hat mehrere Optionen:

  • Feedback und Konfliktlösung: Ab 17. Juni 2026 starten Seminare in Hamburg, Berlin und München. Preis: 1.380,40 Euro, begrenzt auf zehn Teilnehmer.
  • Wertschätzende Führung: Ein Online-Seminar am 15. Oktober 2026 mit Sylva Bolduan zeigt, wie Anerkennung Mitarbeiter motiviert und bindet.
  • Spezialisierte Pflege: Mitte Juni 2026 bietet Lebenshilfe NRW in Köln und online Schulungen zum Umgang mit Angehörigen und zur Mitarbeiterbindung im Bereich Eingliederungshilfe.

KI als Kultur-Test für Unternehmen

Andreas Becker von der COMPLEXcellence AG sieht die Integration künstlicher Intelligenz nicht als technische, sondern als kulturelle Herausforderung. „Führungskräfte müssen Orientierung geben“, sagt er. Die Verantwortung müsse auch dann beim Menschen bleiben, wenn KI assistiert.

Wie dringend dieser Wandel ist, zeigt eine aktuelle Mercer-Umfrage unter 1.000 US-CEOs. Das Ergebnis: 99 Prozent erwarten KI-bedingte Entlassungen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Rund ein Drittel der Befragten plant einen Personalabbau von elf bis zwanzig Prozent. Der Anteil rein menschlicher Arbeit soll von 50 auf 35 Prozent sinken.

Benefits sind kein Gehaltsersatz

Sandra Strauss von Urban Sports Club warnt vor einem verbreiteten Missverständnis: Betriebliche Zusatzleistungen dürften nicht als Lohnersatz missverstanden werden. Stattdessen müssten Führungskräfte Benefits strategisch an der Unternehmenskultur ausrichten – und diese durch eigenes Vorleben glaubhaft machen.

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