Frühstartrente, Klingbeil

Frühstartrente: Klingbeil wirbt im Bundestag für neue Idee

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 11:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Zehn Euro pro Monat vom Staat für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sein Gesetz für die sogenannte Frühstartrente in den Bundestag eingebracht.

Für das Konzept zum Vermögensaufbau mit staatlicher Hilfe kam grundsätzliche Unterstützung auch aus Teilen der Opposition - verbunden allerdings Kritik an der Ausgestaltung.

Die AfD etwa hält die Summen für zu gering und fordert 100 statt 10 Euro Einzahlung im Monat und das ab Geburt - aber nur für "deutsche Kinder mit tatsächlichem Daueraufenthalt in Deutschland", wie die AfD-Abgeordnete Iris Nieland sagte. Die Linke hat grundsätzliche Bedenken, dass staatliches Geld direkt in private Verträge fließe. "Eine halbe Million Neuabschlüsse pro Jahr, diese Frühstartrente ist kein Vorsorgeprogramm, das ist private Kundenakquise", sagte die Abgeordnete Lisa Schubert.

Gedacht auch als Finanzbildung

Das Gesetz wird nun im Parlament weiter beraten. Die Frühstartrente ist gedacht als eine Art Startkapital für die Altersvorsorge. Der staatliche Zuschuss soll automatisch an alle Kinder ab Jahrgang 2020 ausgezahlt werden. Eltern oder Großeltern sollen das Depot durch freiwillige Zahlungen aufstocken können. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres.

"Es ist noch heute so, dass viel zu häufig der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, welche Zukunft Kinder in unserem Land haben", sagte Klingbeil. "Das brechen wir ein Stück weit mit der Frühstartrente auf." Zugleich wolle man die finanzielle Bildung stärken, so dass sich junge Menschen früh mit Kapitalmärkten auseinandersetzten. Die Regierung werde dazu in der zweiten Jahreshälfte eine Finanzbildungsstrategie vorlegen, kündigte Klingbeil an.

Unterschiedliche Zahlen

Der Vizekanzler rechnete vor, dass alleine aus der staatlichen Förderung bis zum Renteneintritt ein Beitrag von 53.000 Euro entstehen könne. Gäben Eltern oder die Großeltern jeden Monat 20 Euro dazu, "dann wird es nach unseren Schätzungen bis zum Renteneintritt eine Summe von 160.000 Euro sein". Die AfD bezweifelte hingegen, dass genug Geld zusammen kommt.

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