Deutschland, Vereinigte Arabische Emirate

Arabischer Staatskonzern übernimmt Chemiefirma Covestro

21.11.2025 - 16:12:21 | dpa.de

Früher war es der Geschäftsbereich MaterialScience von Bayer, seit zehn Jahren ist Covestro eigenständig an der Börse notiert. Das ist wohl bald vorbei - die neuen Eigentümer kommen aus Arabien.

Eine deutsche Firma wird arabisch: Das Logo des Spezialchemie-Konzerns in einem Firmen-Showroom, davor Gläser mit Covestro-Materialien.  - Foto: Fabian Strauch/dpa
Eine deutsche Firma wird arabisch: Das Logo des Spezialchemie-Konzerns in einem Firmen-Showroom, davor Gläser mit Covestro-Materialien. - Foto: Fabian Strauch/dpa

Die Spezialchemie-Firma Covestro kommt in arabische Hand. Nachdem die EU-Kommission bereits in der vergangenen Woche grünes Licht gab, signalisierte auch das Bundeswirtschaftsministerium sein Einverständnis zu der Übernahme durch eine Tochterfirma des Staatsunternehmens Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man habe die regulatorische Genehmigung des Ministeriums bekommen, teilten Covestro und XRG in Leverkusen mit. XRG ist der Investitionsarm der Ölfirma Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc). 

Covestro war früher die Kunststoffsparte von Bayer, 2015 wurde das Unternehmen eigenständig. Es stellt Chemikalien her, die zu Hartschäumen in Kühlschränken und Gefriertruhen sowie zu Weichschäumen in Autositzen und Matratzen genutzt werden. Der Konzern hat circa 17.500 Mitarbeiter. Von ihnen sind gut 7.000 in Deutschland beschäftigt, neben der Zentrale in Leverkusen arbeiten sie in Dormagen, Krefeld (Uerdingen) und Brunsbüttel. 

Reiche sieht starkes Signal für den Industriestandort

Das deutsche Management sieht den arabischen Neu-Eigentümer positiv. «Mit XRG als starkem und langfristig orientiertem Partner werden wir Innovation und digitale Transformation ausbauen, die Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben und neue Maßstäbe in der chemischen Industrie setzen können», sagte Covestro-Chef Markus Steilemann. XRG-Manager Rainer Seele sagte, es sei das Ziel, zu den drei führenden Investoren der globalen Chemiebranche zu zählen. 

Bundeswirtschaftsminister Katherina Reiche (CDU) wertete die Übernahme als «ein starkes Signal des Vertrauens in den Industriestandort Deutschland». «Mit dem Bekenntnis zur langfristigen Weiterentwicklung des Unternehmens eröffnet Adnoc neue Perspektiven für Wachstum, Beschäftigung und die Transformation der Chemiebranche», sagte die Christdemokratin. 

Schwache Konjunktur setzt Covestro zu

Mit der Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums ist das letzte Hindernis für die im vergangenen Jahr eingeleitete Übernahme beseitigt. In den kommenden Tagen wird noch das technische Closing erwartet, was eine Formalie ist - dann wird die Übernahme abgeschlossen sein.

Covestro leidet wie andere Chemiekonzerne auch unter der schwachen Konjunktur, der teuren Energie und der durch US-Zölle angespannten Handelssituation. Im dritten Quartal 2025 sackte der Umsatz Firmenangaben zufolge um 12 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 47 Millionen Euro.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos.

wirtschaft | 68378148 |

Weitere Meldungen

Lufthansa-Konzern verlängert Flugstopp nach Nahost. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter. Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. (Unterhaltung, 09.03.2026 - 14:39) weiterlesen...

Rückholflüge laufen – Hunderte Urlauber stecken weiter fest. Doch der Flugverkehr in der Krisenregion Nahost läuft weiter nur eingeschränkt. Ein Überblick. Mehrere Flugzeuge mit gestrandeten Urlaubern sind inzwischen in Deutschland gelandet. (Unterhaltung, 07.03.2026 - 15:00) weiterlesen...

Wegen Iran-Krieg: Touristen warten noch auf Rückflug. Doch auch der Flugverkehr in der Region läuft weiter nur eingeschränkt. Mehrere Flugzeuge mit gestrandeten Urlaubern sind inzwischen in Deutschland gelandet. (Unterhaltung, 07.03.2026 - 13:58) weiterlesen...

Verona Pooths Ehemann bei Sohn Rocco in Dubai 18 Stunden im Flughafen, Flüge gestrichen – Franjo Pooth hat sich quer durch den Nahen Osten zu Sohn Rocco nach Dubai durchgeschlagen. (Unterhaltung, 04.03.2026 - 17:35) weiterlesen...

Mehrere Flüge aus Konfliktregion erwartet - Lage «volatil». Langsam scheint es für sie aber Licht am Ende des Tunnels zu geben. In Deutschland kommen heute wieder Flugzeuge etwa aus Dubai an. Seit Kriegsbeginn kommen Tausende Urlauber in Nahost nicht weg. (Unterhaltung, 04.03.2026 - 12:27) weiterlesen...

Erster Rückholflug für gestrandete Touristen soll abheben. Notfallpläne laufen an. Die ersten Touristen sind mittlerweile zurückgekehrt, weitere sollen folgen. Plötzlich verhindert der Iran-Krieg den Rückflug aus dem Urlaub. (Unterhaltung, 04.03.2026 - 03:25) weiterlesen...