Fresenius, mAbxience

Fresenius übernimmt mAbxience komplett für bis zu 750 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Fresenius übernimmt seine Biopharma-Tochter mAbxience vollständig und zahlt dafür bis zu 750 Millionen Euro. Der Konzern will damit sein Geschäft mit Biosimilars ausbauen und die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren.

Dax-Konzern Fresenius: Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernommen. (Archivbild) - Bild: Arne Dedert/dpa
Dax-Konzern Fresenius: Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernommen. (Archivbild) - Bild: Arne Dedert/dpa

Fresenius übernimmt seine Biopharma-Tochter mAbxience vollständig und zahlt für die bislang noch von Insud und Invim gehaltenen 45 Prozent bis zu 750 Millionen Euro.

50 Millionen Euro an Produktionsauflage geknüpft

Der Vertrag sei am Mittwoch unterschrieben und zugleich vollzogen worden, teilte der Gesundheitskonzern in Bad Homburg mit. Behördliche Genehmigungen seien nicht erforderlich gewesen.

Von dem Kaufpreis stehen 50 Millionen Euro unter einer Bedingung: Fresenius muss diesen Betrag nur zahlen, wenn bestimmte Produktionsstätten zugelassen worden sind.

Fresenius war 2022 eingestiegen

Der Dax-Konzern hatte im August 2022 zunächst 55 Prozent an mAbxience übernommen. Mit dem vollständigen Erwerb stärkt Fresenius den Zugang zum Markt für Biosimilars, also biotechnologisch hergestellte Nachahmerarzneien nach Ablauf des Patentschutzes.

Fresenius erwartet starkes Marktwachstum

Nach Angaben des Konzerns dürften für zahlreiche biologische Arzneimittel künftig die Schutzrechte auslaufen. Fresenius erwartet, dass der Biosimilars-Markt bis 2035 auf mehr als 180 Milliarden Euro wächst und sich damit versechsfacht.

Fresenius-Chef Michael Sen erklärte: «Mit dem Abschluss der Übernahme von mAbxience erreichen wir den nächsten Meilenstein beim Aufbau eines führenden, vertikal integrierten Biopharma-Geschäfts von relevanter Größe.» Die Biosimilars-Plattform sei nun vollständig im Biopharma-Geschäft von Fresenius Kabi gebündelt und decke die Wertschöpfungskette von der Entwicklung bis zur Vermarktung ab.

Günstigere Alternativen unter Kostendruck

Gesundheitssysteme weltweit stehen unter finanziellem Druck. Biosimilars können bei biologischen Medikamenten für mehr Wettbewerb sorgen und die Versorgung mit wichtigen Therapien zu geringeren Kosten unterstützen.

Wachsender Markt für günstigere Biologika

Mit dem vollständigen Erwerb ordnet Fresenius mAbxience vollständig dem Bereich Fresenius Kabi zu. Damit kontrolliert der Konzern die Plattform von der Entwicklung bis zur Vermarktung und kann Entscheidungen über Investitionen, Produktionskapazitäten und den Marktzugang gebündelt steuern.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte biologischer Arzneimittel, deren Patentschutz ausgelaufen ist. Ihre Herstellung ist technisch anspruchsvoller als die klassischer Generika, weil biologische Wirkstoffe in lebenden Zellen produziert werden. Zugleich wächst der wirtschaftliche Druck auf Gesundheitssysteme, teure Therapien dauerhaft zu finanzieren. Preisgünstigere Alternativen können deshalb Wettbewerb schaffen und den Zugang zu wichtigen Behandlungen erweitern.

Strategische Bedeutung für Fresenius

Die Transaktion setzt eine Investition fort, mit der Fresenius 2022 zunächst 55 Prozent an mAbxience übernommen hatte. Der nun vereinbarte Kaufpreis von bis zu 750 Millionen Euro signalisiert, dass der Konzern dem Geschäft langfristig eine größere Rolle beimisst. Die erfolgsabhängigen 50 Millionen Euro verknüpfen einen Teil der Zahlung mit der Zulassung bestimmter Produktionsstätten.

Für Fresenius liegt die Bedeutung nicht allein im Verkauf einzelner Medikamente. Eine eigene Biopharma-Plattform kann die Abhängigkeit von externen Entwicklungs- und Produktionspartnern verringern und den Konzern bei kommenden Patentabläufen positionieren. Für Patienten und Kostenträger wird entscheidend sein, ob daraus tatsächlich zusätzliche zugelassene Produkte, verlässliche Lieferketten und niedrigere Behandlungskosten entstehen.

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