Freiberufliche Gründungen: 111.000 neue Existenzen 2025 (+17%)
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der freiberuflichen Existenzgründungen in Deutschland ist im Jahr 2025 signifikant angestiegen. Nach aktuellen Daten des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn entschieden sich in diesem Zeitraum insgesamt 111.000 Personen für den Schritt in die freiberufliche Selbstständigkeit. Dies entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024, in dem die Zahl der Neugründungen noch bei 95.000 gelegen hatte. Damit setzt sich ein positiver Trend im Bereich der freien Berufe fort, der eine wachsende Dynamik im deutschen Gründungsgeschehen signalisiert.
Regionale Schwerpunkte und Gründungsintensität
Bei der geografischen Verteilung der Gründungsaktivitäten zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Berlin nimmt dabei eine Spitzenposition ein. Die Bundeshauptstadt verzeichnete nicht nur die höchste absolute Zahl an freiberuflichen Existenzgründungen, sondern liegt auch bei der sogenannten Gründungsintensität vorne.
Diese Kennzahl misst die Anzahl der Gründungen im Verhältnis zu je 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter und gilt als wichtiger Indikator für die lokale Wirtschaftsdynamik.
Neben Berlin erwiesen sich weitere städtische Zentren und deren Umland als besonders attraktiv für angehende Freiberufler. Leipzig und der Landkreis München folgen der Hauptstadt in der statistischen Auswertung des IfM Bonn.
Diese Standorte weisen ebenfalls eine überdurchschnittliche Aktivität auf und unterstreichen die Bedeutung urbaner Räume sowie wirtschaftlich starker Landkreise als Motoren für freiberufliche Tätigkeiten. Die Konzentration auf diese Gebiete deutet auf eine hohe Dichte an potenziellen Auftraggebern und eine ausgeprägte infrastrukturelle Unterstützung für wissensbasierte Dienstleistungen hin.
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Geschlechterspezifische Unterschiede in den Regionen
Ein weiterer Aspekt der Untersuchung betrifft die Verteilung der Gründungen nach Geschlecht auf lokaler Ebene. Obwohl die freiberuflichen Berufe traditionell ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern abdecken, zeigen die Daten für das Jahr 2025 punktuelle Unterschiede in der Beteiligung von Männern und Frauen.
Den Erhebungen zufolge gibt es deutschlandweit 41 Kreise, in denen mehr Männer als Frauen den Weg in die freiberufliche Selbstständigkeit einschlugen.
In diesen spezifischen Regionen dominierten männliche Gründer das Geschehen bei der Eröffnung neuer Kanzleien, Praxen oder Büros. Die Daten des IfM Bonn machen deutlich, dass die Gründungslandschaft trotz des allgemeinen Aufwärtstrends regional variierende Strukturen aufweist.
Während in vielen Teilen des Landes ein ausgewogenes Verhältnis oder eine weibliche Dominanz in bestimmten freien Berufen zu beobachten ist, bleiben diese 41 Kreise Ausreißer, in denen die männliche Gründungsaktivität statistisch überwiegt.
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Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt
Der Zuwachs um 111.000 neue freiberufliche Existenzen innerhalb eines Jahres unterstreicht die Arbeitstätigkeit der freien Berufe als Beschäftigungsmodell. Der Anstieg von 95.000 im Jahr 2024 auf das aktuelle Niveau zeigt, dass die Rahmenbedingungen für selbstständige Experten in Bereichen wie Beratung, Gesundheit, Technik oder Kultur als positiv bewertet werden.
Die Freiberuflichkeit, die sich durch die Erbringung von Dienstleistungen höherer Art auf Grundlage besonderer beruflicher Qualifikationen auszeichnet, bildet eine wesentliche Säule des Mittelstands. Mit dem deutlichen Plus von 17 Prozent im Jahr 2025 festigt dieser Sektor seine Position im deutschen Wirtschaftsgefüge.
Die detaillierten Regionaldaten des IfM Bonn ermöglichen es zudem, lokale Stärken und Defizite in der Gründungskultur präziser zu identifizieren und die Entwicklung der Wissensgesellschaft im Bundesgebiet nachzuvollziehen.
