Freibadsaison, Stellen

Freibadsaison 2026: Nur 58% der Stellen besetzt – Personalkrise

03.06.2026 - 22:21:58 | boerse-global.de

Schwimmmeister fordern Zutrittsbeschränkungen für Kinder ohne Abzeichen. Nur 58 Prozent der Stellen sind besetzt.

Freibadsaison 2026: Nur 58% der Stellen besetzt – Personalkrise - Bild: über boerse-global.de
Freibadsaison 2026: Nur 58% der Stellen besetzt – Personalkrise - Bild: über boerse-global.de

Am Dienstag forderte der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) bundesweit strengere Zutrittsregeln für Kinder und Jugendliche – und das in einer Branche, die bereits unter akutem Personalmangel ächzt.

Strengere Regeln für junge Schwimmer

Der BDS schlägt vor: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die nicht das „Bronze“-Schwimmabzeichen besitzen, sollen nur noch in Begleitung eines Elternteils ins Freibad dürfen. „Das ist ein Weckruf an die Eltern“, sagt BDS-Präsident Peter Harzheim.

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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unterstützt den Vorstoß. In mehreren Gemeinden Nordrhein-Westfalens gelten die verschärften Regeln bereits für die laufende Saison. Doch politischen Widerstand gibt es auch. Gambir, Politiker der Grünen, warnt vor einer sozialen Schieflage: „Das könnte Familien mit geringem Einkommen ausschließen.“ Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) befürchtet zudem, dass strengere Regeln Schwimmer in unbewachte Naturgewässer treiben – mit erhöhtem Unfallrisiko.

Personallage dramatisch – nur jeder zweite Posten besetzt

Der Vorstoß für mehr Aufsicht durch Eltern kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Laut einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) sind derzeit nur 58 Prozent der Stellen in deutschen Schwimmbädern besetzt. Jedes dritte Bad meldet einen zweistelligen Mehrbedarf an Personal.

Die Folgen sind in den Großstädten deutlich spürbar. In Frankfurt bleiben drei der sieben städtischen Freibäder geschlossen: Eschersheim, Brentanobad und Stadionbad. Frank Zielinski, Leiter der Frankfurter Bäderbetriebe, erklärt, dass eine Öffnung bei unbeständigem Wetter und geringen Besucherzahlen wirtschaftlich nicht tragbar sei. Am vergangenen Wochenende zählten die vier geöffneten Bäder gerade einmal 180 Besucher. Die Stadt sucht weiter händeringend Personal. Die Eröffnung des Stadionbads verzögert sich zusätzlich wegen Vorbereitungen für das World-Club-Dome-Event.

Auch in kleineren Gemeinden gibt es Verzögerungen. In Loitz verschiebt sich die Öffnung des Flussbads um mehrere Wochen. Grund sind eine Kombination aus langwierigen Renovierungsarbeiten, einem unerwartet entdeckten alten Fundament, Werkzeug- und Treibstoffdiebstahl bei zwei Einbrüchen sowie die Erkrankung eines wichtigen Mitarbeiters.

Künstliche Intelligenz als Rettungsanker?

Rund 250 Schwimmbäder in Deutschland setzen inzwischen auf Künstliche Intelligenz zur Überwachung. Kamerasysteme erkennen ungewöhnliche Bewegungen und alarmieren das Personal per Smartwatch. Die DLRG steht der Technologie offen gegenüber, betont aber: KI kann menschliche Bademeister nicht ersetzen. Die beste Sicherheitsmaßnahme bleibe die frühzeitige Schwimmausbildung.

Die Kosten sind beträchtlich. Das Moselbad in Koblenz meldete Installationskosten von rund 100.000 Euro, die jährliche Wartung schlägt mit bis zu 12.000 Euro zu Buche.

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Lichtblicke: Neueröffnungen trotz Krise

Trotz der angespannten Lage gibt es auch positive Nachrichten:

  • Aalen: Das neue Hirschbach-Freibad öffnet am Donnerstag, 4. Juni. Es bietet ein Achtbahn-50-Meter-Becken und einen Nichtschwimmerbereich. Seit 1. Juni gilt dort ein landesweites Rauchverbot in Baden-Württembergs Bädern – ausgewiesene Raucherzonen bleiben aber bestehen.
  • Ronneburg: Das Schwimmbad im Jugendzentrum hat nach einer 1,4 Millionen Euro teuren Sanierung wieder geöffnet. Finanziert wurde die Renovierung vom Main-Kinzig-Kreis und dem Land Hessen. Rund 26.000 Besucher kommen jährlich, darunter viele Schulklassen für den Schwimmunterricht.
  • Wilhelmshaven: Nach Beschwerden über geschlossene Anlagen und übervolle Mülltonnen am Pfingstwochenende am Klein-Wangerooge-Bad hat der Betreiber regelmäßige Reinigung und Toilettenzugang für den Rest der Saison zugesagt.

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