Frankreich, EDF

Frankreich: EDF erhält Umweltgenehmigung für zwei EPR2-Reaktoren

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frankreichs Regierung erteilt EDF die Umweltgenehmigung für Vorarbeiten am Standort Gravelines. Die finale Investitionsentscheidung für die zwei EPR2-Reaktoren steht Ende 2026 an.

EDF erhält Umweltgenehmigung für EPR2-Reaktoren in Gravelines
Große Baustelle für die Vorbereitungen eines Kernkraftwerks mit Erdarbeiten und schwerem Gerät auf einem weitläufigen Gelände. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die französische Regierung hat einen wesentlichen rechtlichen Schritt für den Ausbau der nuklearen Kapazitäten am Standort Gravelines vollzogen. Wie aus einem Erlass im offiziellen Amtsblatt hervorgeht, wurde dem Energiekonzern EDF die Umweltgenehmigung für vorbereitende Maßnahmen zum Bau von zwei neuen Kernreaktoren erteilt. Die geplanten Anlagen des Typs EPR2 sollen jeweils über eine Leistung von 1.600 MW verfügen.

Die nun vorliegende Genehmigung ermöglicht es EDF, mit den primären Infrastrukturmaßnahmen auf dem Gelände zu beginnen. Zu den autorisierten vorbereitenden Arbeiten zählen laut den behördlichen Unterlagen die Erschließung des Areals, umfangreiche Erdarbeiten sowie die Errichtung einer wasserdichten Einfassung für das Bauprojekt.

Ein besonderer Fokus der Umweltauflagen liegt zudem auf dem Naturschutz: Der Erlass sieht die Umsiedlung geschützter Arten vor, die auf dem betroffenen Gelände beheimatet sind.

Die politische Bedeutung des Vorhabens wird durch die Unterzeichner des Erlasses unterstrichen. Das Dokument wurde von Premierminister Lecornu gemeinsam mit Ministerin Barbut und Minister Jeanbrun unterzeichnet.

Anzeige

Die Umweltgenehmigung für Gravelines ist erteilt – doch die finale Investitionsentscheidung steht erst Ende 2026 an. Unser Report zeigt, welche Meilensteine noch ausstehen und wie Sie das Projekt für Ihre Energie-Investitionen einordnen. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Dennoch betont die Regierung in dem Erlass, dass mit dieser Entscheidung noch keine endgültige Baugenehmigung für die Reaktoren selbst vorliegt. Es handelt sich explizit um eine Umweltgenehmigung, die lediglich die Herrichtung des Standorts erlaubt.

Für den weiteren Verlauf des Projekts in Gravelines hat EDF bereits einen zeitlichen Rahmen gesteckt. Das Unternehmen rechnet damit, dass die endgültige Investitionsentscheidung für die beiden 1.600-MW-Blöcke bis zum Ende des Jahres 2026 getroffen werden kann.

Anzeige

Wer die Entwicklung des EPR2-Programms verfolgt, sollte die nächsten Genehmigungsschritte genau kennen. Unser Leitfaden liefert eine Übersicht über Standorte, Zeitpläne und die entscheidenden Risiken bis zur Investitionsentscheidung. EPR2-Analyse jetzt sichern

Das Vorhaben in Gravelines ist in das groß angelegte EPR2-Programm eingebettet, bei dem EDF eng mit dem Partner Technip Energies kooperiert. Der EPR2 ist ein Druckwasserreaktor der dritten Generation und bildet den Kern der französischen Strategie zur Modernisierung der Energieerzeugung. Neben Gravelines sind weitere Standorte für die Errichtung dieser Reaktoren vorgesehen, darunter Bugey und Penly.

Im Rahmen dieses Programms gilt der Standort Penly derzeit als Referenzpunkt für den Zeitplan: Dort wird die erste Inbetriebnahme eines EPR2-Reaktors für das Jahr 2038 angestrebt. Mit der nun erteilten Erlaubnis für die Vorarbeiten in Gravelines nimmt das Programm an einem weiteren strategischen Standort konkrete Formen an, während die französische Energiewirtschaft auf die finalen Beschlüsse im kommenden Jahr hinarbeitet.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69986854 |