Frankfurter Wärmeplan: Fernwärmenetz soll bis 2040 auf 620 Kilometer wachsen
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Frankfurter Stadtparlament hat an einem Donnerstagabend die Kommunale Wärmeplanung verabschiedet. Der vorgelegte Abschlussbericht umfasst fast 300 Seiten und formuliert den strategischen Fahrplan für die Umstellung der Wärmeversorgung der Mainmetropole. Übergeordnetes Ziel des umfangreichen Konzepts ist es, bis zum Jahr 2045 eine vollständig klimafreundliche Wärmeversorgung im Stadtgebiet sicherzustellen.
Die Umgestaltung betrifft einen zentralen Sektor des städtischen Energiebedarfs: Zwei Drittel der jährlichen Wärmeenergie Frankfurts entfallen derzeit auf das Heizen sowie die Warmwasserbereitung. Dabei basiert die Versorgung gegenwärtig noch zu fast 60 Prozent auf fossilem Erdgas. Um die anvisierten Klimaziele zu erreichen, muss die bestehende Infrastruktur in den kommenden zwei Jahrzehnten grundlegend transformiert werden.
Ausbau der Fernwärme und Vorreiterrolle der Liegenschaften
Ein wesentlicher Baustein der städtischen Planung ist die Erweiterung leitungsgebundener Wärmenetze. Der Energieversorger Mainova beabsichtigt, das bestehende Fernwärmenetz von aktuell 310 Kilometern Länge bis zum Jahr 2040 zu verdoppeln. Parallel dazu soll der Anteil der Fernwärme an der Wärmeversorgung im gesamten Frankfurter Stadtgebiet von 25 Prozent auf 40 Prozent ansteigen.
Bei der praktischen Umsetzung setzen die Kommune und der Versorger auch auf städtische Gebäude. Stadt und Mainova vereinbarten bereits im Jahr 2025, bis zum Jahr 2030 insgesamt 60 städtische Liegenschaften an das Fernwärmenetz anzuschließen. Als erste Liegenschaft im Rahmen dieser Vereinbarung dient die Hellerhofschule.
Das Frankfurter Stadtparlament hat die Kommunale Wärmeplanung verabschiedet: Das Fernwärmenetz soll von 310 auf 620 Kilometer wachsen, der Fernwärmeanteil im Stadtgebiet von 25 auf 40 Prozent steigen. Ein Anschlusszwang ist nicht vorgesehen — dennoch lohnt es sich, die eigene Liegenschaft frühzeitig einzuordnen. Der kostenlose Leitfaden zeigt, welche Optionen Eigentümer im Rhein-Main-Gebiet jetzt prüfen sollten. Kostenlosen Leitfaden zur Wärmeplanung anfordern
Hohe Investitionen, Freiwilligkeit und Kritik an Fristen
Die wirtschaftlichen Dimensionen der geplanten Dekarbonisierung sind erheblich. Eine Konzeptstudie aus dem Jahr 2023 bezifferte die Gesamtkosten für die Systemumstellung auf rund 14 Milliarden Euro, wobei die erforderlichen Aufwendungen für den Ausbau des Stromnetzes in dieser Summe noch nicht enthalten sind.
Fast 60 Prozent der Frankfurter Wärme stammen noch aus fossilem Erdgas, und eine Konzeptstudie beziffert die Systemumstellung auf rund 14 Milliarden Euro. Für Eigentümer stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie kalkuliere ich meine Heizkosten bis 2045 belastbar? Der Leitfaden vergleicht Erdgas, Wärmepumpe und Fernwärme über den gesamten Planungshorizont. Kostenvergleich Heizung jetzt anfordern
Trotz der weitreichenden Vorgaben setzt die Stadtverwaltung bei den Liegenschaftseigentümern auf Kooperation statt auf Druck: Ein Anschlusszwang an das Wärmenetz ist im verabschiedeten Planwerk nicht vorgesehen.
Gleichwohl stößt der Beschluss nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Kritik kommt unter anderem von Umweltinitiativen: Das Bündnis Wärmewende bemängelt den gesetzten Planungshorizont bis 2045. Die Initiative fordert stattdessen eine deutlich schnellere Umstellung und pocht darauf, die Klimaneutralität der Wärmeversorgung bereits bis zum Jahr 2035 zu erreichen.
