Forschungszulage: Stundensatz steigt von 70 auf 100 Euro
25.06.2026 - 23:43:32 | boerse-global.de
Die Bundesregierung will forschende Unternehmen stärker entlasten – mit einer deutlichen Erhöhung der Forschungszulage.
Der förderfähige Stundensatz für Eigenleistungen steigt von 70 auf 100 Euro. Maximal 40 Arbeitsstunden pro Woche sind absetzbar. Das Ziel: Wissenschaftliche Exzellenz schneller in industrielle Wertschöpfung verwandeln und die technologische Souveränität Deutschlands sichern.
Milliarden für die Forschung
Die Kosten sind bereits eingeplant. Für 2026 rechnet der Staat mit Mindereinnahmen von 310 Millionen Euro. 2027 und 2028 sollen es jeweils 395 Millionen Euro sein.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte beim Gipfel: Die Umsetzungsfähigkeit der Hightech Agenda entscheide über den wirtschaftlichen Erfolg. Veranstalter des Gipfels waren unter anderem der Stifterverband, die Leopoldina und die VolkswagenStiftung.
Stuttgart und Bayern als Innovationsmotoren
Die Bedeutung der Förderung zeigt sich in den regionalen Daten. Stuttgart führt bei Patentanmeldungen. Allein Bosch meldet jährlich über 4.000 Patente an und investiert täglich rund 13 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Ende Juni findet dort ein Wissenschaftsfestival statt.
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Bayern punktet mit Start-ups: Rund 4.400 junge Unternehmen führen den Ländervergleich an. Besonders außerhalb Münchens legten die Neugründungen zu – von 335 auf 495 im vergangenen Jahr. Doch die Staatsregierung sieht Nachholbedarf bei Bürokratieabbau und Risikokapital. Der Gründerinnen-Anteil liegt mit 17 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 20 Prozent.
Koalition ringt um Steuerreform
Die Forschungszulage ist Teil einer größeren Debatte. Ende Juni beraten die Spitzen von CDU, CSU und SPD über Entlastungspakete. Im Raum stehen Steuerreformen zwischen 10 und 20 Milliarden Euro.
Die SPD will breite Entlastungen, gegenfinanziert durch höhere Steuern für Besserverdiener. Die Union drängt auf einen strikteren Sparkurs. Die Ministerpräsidenten der Länder fordern eine frühzeitige Einbindung in die für 2027 geplanten Einkommensteuerreformen. Reformen dürften nicht zu Lasten von Ländern und Kommunen gehen, warnen sie.
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Österreich und das Infrastruktur-Gesetz
Auch die Nachbarn justieren nach. Der Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) konzentriert sich 2026 auf Quantentechnologien – 75 Millionen Euro sind bereitgestellt, davon 50 von der Oesterreichischen Nationalbank. Industrievertreter fordern eine Aufstockung auf 200 Millionen Euro bis 2030.
Die Bundesregierung treibt parallel das Infrastruktur-Zukunftsgesetz voran. Verkehrs- und Energievorhaben sollen als im überragenden öffentlichen Interesse eingestuft werden. Das beschleunigt Klageverfahren und schafft Investitionssicherheit.
