Forschungszulage, Millionen

Forschungszulage: Bis zu 4,2 Millionen Euro für KMU-Innovationen

07.06.2026 - 02:32:06 | boerse-global.de

Bund und Länder fördern Forschung mit Milliarden. Neue Programme und steuerliche Anreize sollen den Standort Deutschland stärken.

Steueranreize und Programme: Neuer Schub für deutsche Innovation
Forschungszulage - Eine stilisierte, leuchtende Leiterplatte mit Lichtlinien, die Knotenpunkte verbinden, im Hintergrund eine unscharfe aufsteigende Grafik. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mit steuerlichen Anreizen und neuen Programmen soll der Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger werden.

Das Forschungszulagengesetz (FZulG) bildet das Rückgrat der Strategie. Seit Januar 2020 können Unternehmen aller Größen und Branchen eine direkte Steuervergünstigung für ihre Forschungsaktivitäten beantragen. Gefördert werden Grundlagenforschung, industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung.

Anzeige

Während staatliche Förderungen den Standort stärken, revolutionieren neue Technologien wie KI und Robotik bereits die gesamte Industrielandschaft. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, welche Unternehmen die nächste industrielle Revolution anführen und wie Sie davon profitieren können. Gratis-Report: Gewinner der neuen Industrierevolution entdecken

Bis zu 4,2 Millionen Euro für den Mittelstand

Die Rechnung ist einfach: 25 Prozent der förderfähigen Kosten gibt es vom Staat zurück. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sogar 35 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 12 Millionen Euro Bemessungsgrundlage pro Jahr – das macht für KMU maximal 4,2 Millionen Euro Förderung.

Begünstigt sind vor allem Löhne für F&E-Personal, Eigenleistungen von Einzelunternehmern und Auftragsforschung. Ein besonderer Clou: Unternehmen können die Zulage rückwirkend für bis zu vier Jahre beantragen. Die Frist für das Wirtschaftsjahr 2022 endet beispielsweise am 31. Dezember 2026.

„Die Nutzung dieser Mittel ist für Unternehmen aller Branchen unkompliziert möglich", erklärt Steuerexperte Dr. Jan Raack. Er bietet dazu am 22. Juni 2026 eine Sprechstunde an.

Deutscher Patenteanteil schrumpft dramatisch

Der Druck kommt von außen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt: Der deutsche Anteil an weltweiten Patentanmeldungen ist von 22 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch 15 Prozent im Jahr 2022 gefallen.

China hat seine Forschungsausgaben im gleichen Zeitraum verzwanzigfacht. Deutschland rutschte von Platz 3 auf Platz 6 ab.

Noch alarmierender: Rund 29 Prozent der 189.000 transnationalen Patente deutscher Unternehmen gehören ausländischen Muttergesellschaften – vor allem aus den USA und China. Etwa 450 patentaktive deutsche Firmen sind mittlerweile in chinesischem Besitz. Experten fordern mehr technologische Unabhängigkeit.

Anzeige

Der technologische Wandel erfordert nicht nur Patente, sondern auch rechtliche Sicherheit im Umgang mit neuen Innovationen. Erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden alles über die neuen Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung, um Ihr Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen

Kreislaufwirtschaft als neuer Schwerpunkt

Das Bundeskabinett verabschiedete am 3. Juni 2026 das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Ziel: Rohstoffsouveränität stärken und Wettbewerbsfähigkeit durch zirkuläre Geschäftsmodelle erhöhen. Geplant sind digitale Produktpässe und KI-gestützte Datenräume.

Weitere Förderprogramme laufen parallel:

  • Digital Europe Programme: 204 Millionen Euro für Big Data, KI und digitale Gesundheit
  • ProFIT-Programm: Millionenförderung für das Berliner Startup forward earth – es entwickelt ein KI-System zur Erfassung von Emissionsdaten in Lieferketten
  • DFG-Exzellenzcluster: Sechs hessische Cluster erhalten ab Januar 2026 jährlich 6 bis 7,5 Millionen Euro

Standortqualität bleibt Baustelle

Trotz der Förderoffensive kämpfen Unternehmen mit Problemen. Eine Studie von Dr. Wieselhuber & Partner zeigt: Besonders die Chemiebranche leidet. 45 Prozent der befragten Mittelständler klagen über steigende Energiekosten und hohe Bürokratie.

Viele Betriebe halten dennoch am Standort fest – wegen des geschätzten Innovationsklimas. Ob das reicht, um den Abwärtstrend bei Patenten zu stoppen, wird sich zeigen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69494534 |