Forschung, China

Forschung mit China: Verfassungsschutz warnt vor Spionage in Schlüsseltechnologien

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 01:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitslücken gefährden sensible Forschungsfelder; ein tatsächlicher Wissensabfluss am Cispa ist bislang weder bestätigt noch ausgeschlossen.

Verfassungsschutz warnt vor Spionagerisiken in deutsch-chinesischer Forschung
Moderne, minimalistische Architektur eines Forschungsgebäudes mit klaren Linien und Schattenwurf bei spätem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor Risiken durch chinesische Spionage bei gemeinsamen Projekten deutscher Forschungseinrichtungen mit chinesischen Hochschulen. Als wesentliche Schwachstellen nennt die Sicherheitsbehörde bestehende rechtliche Grauzonen sowie ein mangelndes Risikobewusstsein innerhalb der Wissenschaftslandschaft.

Gefährdete Schlüsseltechnologien und Instrumentalisierung

Nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz stehen vor allem sensible Hochtechnologiefelder im Visier der Spionageaktivitäten. Der Fokus der behördlichen Warnung liegt insbesondere auf der Quantentechnologie, der künstlichen Intelligenz, der Hyperschalltechnik sowie der Bio- und Überwachungstechnologie. Zudem weist die Behörde auf die Gefahr hin, dass chinesische Gastwissenschaftler für nachrichtendienstliche Zwecke instrumentalisiert werden könnten.

Dass der Zugriff auf zukunftsrelevantes Wissen kein Zufallsprodukt ist, unterstreicht auch die Industrie. Nach Angaben von Kerstin Petretto, Referentin beim Bundesverband der Deutschen Industrie, verfolgt China den Zugang zu Schlüsseltechnologien systematisch.

Sicherheitsdefizite und der Fall Cispa

Wie verwundbar Forschungsinstitute sind, zeigte eine Sonderprüfung am Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit im Saarland. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass ein Abfluss sicherheitsrelevanter Erkenntnisse an dem Institut jederzeit möglich war.

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Ob es tatsächlich zu einem solchen Wissensabfluss kam, ist nach Angaben von Forschungsministerin Dorothee Bär weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die Affäre um mögliche kritische Kontakte nach China hat dem Ruf des Forschungszentrums nachhaltig geschadet.

Auch eine im September 2026 von der Tagesschau thematisierte Prüfung stellte strukturelle Sicherheitsdefizite in der Forschungslandschaft fest. Einen konkreten Beleg für einen tatsächlichen Abfluss von Daten lieferte diese Überprüfung allerdings ebenfalls nicht.

Politische Reaktionen und europäische Vorgaben

Als Reaktion auf die zunehmenden Sicherheitsrisiken haben Bund, Länder und die Allianz der Wissenschaftsorganisationen bereits im Dezember 2025 Eckpunkte sowie den Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit vereinbart. Wie aus Angaben des Bundestags vom Juli 2026 hervorgeht, ist der offizielle Start dieser Plattform für den Herbst vorgesehen.

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Auch auf europäischer Ebene wird der Handlungsspielraum für Kooperationen mit chinesischen Partnern enger gefasst. Im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa für die Jahre 2026 bis 2027 wurde die Teilnahme chinesischer Einrichtungen in mehreren sicherheitsrelevanten Bereichen bereits spürbar eingeschränkt.

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