Fluktuation: Trennungsquote in deutschen Unternehmen erreicht 30%
05.06.2026 - 07:28:10 | boerse-global.de
Laut dem aktuellen Kündigungsreport von HR Works hat sich die Fluktuation damit gegenüber 2021 (19 Prozent) deutlich erhöht. Besonders der Einzelhandel ist betroffen: Dort liegt die Quote der Eigenkündigungen bei 18 Prozent. Fast die Hälfte der aktuellen Abgänge entfällt auf den Zeitraum zwischen 2024 und 2025.
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Führungskräfte fühlen sich überfordert
Trotz dieser Entwicklung fehlt es vielen Organisationen an strukturierten Konzepten für den Abschied von Mitarbeitern. Die Kienbaum-Studie „Trennungsmanagement 4.0“ zeigt: Nur zwei Drittel der Unternehmen verfolgen eine dedizierte Trennungsstrategie. Besonders kritisch ist die Vorbereitung der Vorgesetzten – 66 Prozent der Führungskräfte fühlen sich für Trennungsgespräche unzureichend gerüstet.
Ein faires Offboarding-Verfahren ist für das Arbeitgeberimage und das Vertrauen der verbleibenden Teams essenziell. Experten setzen dabei auf Kommunikation, Wertschätzung und Ehrlichkeit. Zudem müssen Arbeitsverträge und Zusatzvereinbarungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg rechtssicher verwaltet werden – von der Erstellung bis zur Archivierung. Sonst drohen verpasste Fristen oder DSGVO-Verstöße.
GitLab baut 14 Prozent der Stellen ab
Die Dringlichkeit professioneller Trennungsprozesse zeigt sich auch bei großen Tech-Konzernen. GitLab kündigte den Abbau von rund 350 Stellen an – das sind 14 Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer Abflachung der Hierarchien und einem Umbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Die Restrukturierungskosten werden auf 30 bis 35 Millionen US-Dollar geschätzt.
Solche Massnahmen erfordern eine präzise Steuerung der Zugriffsrechte. Branchenanalysen aus dem Jahr 2026 offenbaren hier ein massives Problem: Nur 2,6 Prozent der gewährten Berechtigungen werden tatsächlich genutzt. Ein mangelhaftes Offboarding hinterlässt Sicherheitslücken, wenn Zugänge zu sensiblen Systemen nach dem Ausscheiden aktiv bleiben.
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NIS-2 und KI verschärfen die Anforderungen
Die IT-Sicherheit wird zum neuen Treiber des Trennungsmanagements. Die NIS-2-Richtlinie fordert von Unternehmen nachweisbare und verlässliche Prozesse. Ein aktuelles Beispiel für die Risiken ist der Lieferkettenangriff „Miasma“, der Ende Mai 2026 bekannt wurde. Hier manipulierten Angreifer offizielle npm-Pakete, nachdem sie Zugangsdaten eines ehemaligen Mitarbeiters erbeutet hatten.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verschärft die Governance-Anforderungen zusätzlich. Laut einer Untersuchung von Zscaler vernachlässigen 59 Prozent der deutschen Unternehmen die mit KI verbundenen Risiken. Immer mehr Angestellte nutzen KI-Agenten oder Tools wie ChatGPT. Beim Verlassen des Betriebs müssen Unternehmen daher auch die entsprechenden Datenströme und Schatten-KI-Anwendungen kontrolliert beenden. Lösungen wie die vom DFKI entwickelte Browser-Erweiterung „Privacy Guardrail“ sollen helfen, sensible Informationen bereits vor der Übermittlung an KI-Modelle zu anonymisieren.
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