Flughafen Bremen: CT-Scanner geplant – Konzeptplanung soll 2027 anlaufen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Flughafen Bremen steht eine technologische Modernisierung der Passagierkontrollen bevor. Wie eine Sprecherin der Bundespolizei bestätigte, ist der Einsatz moderner Computertomographie-Scanner (CT) geplant. Die entsprechende Konzeptplanung soll im kommenden Jahr anlaufen. Ziel der Umstellung ist eine effizientere Abwicklung des Handgepäcks durch den Einsatz hochmoderner 3D-Bildgebung.
Technologische Vorteile und veränderte Regeln für Passagiere
Die neuen CT-Scanner erzeugen dreidimensionale Aufnahmen des Handgepäcks, was dem Sicherheitspersonal eine präzisere Analyse des Inhalts ermöglicht, ohne dass Flüssigkeiten oder elektronische Geräte separat ausgepackt werden müssen. Mit der Einführung dieser Technik geht zudem eine Lockerung der Flüssigkeitsregeln einher: An Kontrollstellen mit CT-Technologie ist die Mitnahme von bis zu 2 Litern Flüssigkeit pro Behälter zulässig.
Am Bremer Flughafen gilt derzeit jedoch weiterhin die herkömmliche Regelung, nach der Behälter maximal 100 ml fassen dürfen und in einem transparenten 1-Liter-Beutel transportiert werden müssen. Wann genau die vollständige Umrüstung in Bremen abgeschlossen sein wird, bleibt derzeit noch offen.
Bundesweit ist die Technik bereits an verschiedenen Standorten im Einsatz. Während der Flughafen Nürnberg bereits vollständig umgestellt hat, verfügen Standorte wie Hamburg, Frankfurt, München und Berlin über eine teilweise Ausstattung mit den modernen Systemen.
Erfahrungen aus Zürich belegen Effizienzsteigerungen
Ein Blick auf den Flughafen Zürich, wo seit rund drei Monaten das gesamte Handgepäck mit CT-Scannern kontrolliert wird, verdeutlicht das Potenzial der Technologie. Nach Angaben der dortigen Mediensprecherin konnte der Durchsatz an den Kontrolllinien um bis zu 30 Prozent gesteigert werden. Der Prozess werde als komfortabler und effizienter wahrgenommen, auch wenn die Technik neue Herausforderungen mit sich bringe.
So führe die hohe Dichte-Erkennung der Scanner bei Objekten wie Jass- oder Uno-Karten sowie bei doppelwandigen Thermosflaschen gelegentlich zu Mehraufwand bei der Nachkontrolle. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass die Technik allein Warteschlangen nicht vollständig verhindern kann.
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Entscheidend bleibe weiterhin die personelle Besetzung der Kontrollstellen sowie eine digitale Peak-Planung zur Steuerung der Passagierströme. Der Umbau im laufenden Betrieb gelte zudem als kostenintensiv und organisatorisch aufwendig. Schätzungen zufolge verfügt aktuell etwa jeder achte kommerzielle Flughafen weltweit über mindestens eine CT-Kontrolllinie.
Innovationen bei der Personenkontrolle und Sicherheitsinfrastruktur
Parallel zur Modernisierung der Gepäckkontrolle schreitet auch die Entwicklung bei der Personendurchleuchtung voran. Im Rahmen der Security Expo in Essen stellte der Technologiekonzern Rohde & Schwarz im September ein neues Walkthrough-Modell vor.
Der Scanner QPS Walk500 ist speziell für einen hohen Durchsatz von bis zu 750 Personen pro Stunde konzipiert. Die eingesetzte Millimeterwellen-Technologie erkennt in Kombination mit KI-Algorithmen verschiedenste Materialien wie Metall, Plastik, Keramik oder organische Substanzen, während Passagiere das Gerät ohne Ablegen der Jacken passieren können.
Der Trend zur technischen Aufrüstung wird durch ein steigendes Bedürfnis nach Sicherheit im öffentlichen Raum und bei Großveranstaltungen flankiert. So plant etwa der Städteverbund Göltzschtal die Anschaffung mobiler Durchfahrtssperren zum Schutz von Freiluftveranstaltungen, nachdem diese testweise bei einem Stadtfest eingesetzt wurden.
Regulatorischer Rahmen und steigende Compliance-Anforderungen
Die Modernisierung der physischen Sicherheitssysteme findet vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen statt. In Deutschland ist bereits seit Dezember 2025 das neue BSI-Gesetz zur Umsetzung der europäischen NIS2-Richtlinie in Kraft.
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Bis Mitte 2026 haben sich laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits über 17.000 Unternehmen und Einrichtungen registriert, die unter die neuen Sicherheits- und Meldepflichten fallen.
Für Betreiber kritischer Infrastrukturen und wichtige Einrichtungen bedeutet dies eine strikte Dokumentationspflicht und die Umsetzung von mindestens zehn spezifischen Sicherheitsmaßnahmen. Dienstleister wie Kaspersky bieten hierfür mittlerweile modular gestaffelte Compliance-Lösungen an, um Unternehmen bei der Schwachstellenbehebung und der 24/7-Überwachung ihrer Systeme zu unterstützen.
Auch im Bereich der Hardware-Sicherheit gewinnen zertifizierte Lösungen an Bedeutung. Spezielle Wechselrahmen für Speichermedien ermöglichen beispielsweise in Behörden oder Nachrichtendiensten den Austausch von Datenträgern, ohne versiegelte und nach TEMPEST-Standards zertifizierte Gehäuse öffnen zu müssen.
Die aktuelle Entwicklung am Flughafen Bremen reiht sich somit in einen breiteren Kontext ein, in dem technische Innovationen, personelle Ressourcen und strengere gesetzliche Vorgaben zusammenwirken, um die Sicherheit kritischer Infrastrukturen zu gewährleisten.
