Luftverkehr Deutschland, Flughäfen

Flughäfen verlieren 300.000 Flüge seit 2019

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 09:20 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Eine BDL-Analyse zeigt einen deutlichen Rückgang des Flugangebots seit 2019. Wirtschaftsvertreter sehen darin ein wachsendes Standortproblem und verlangen niedrigere Steuern und Gebühren.

Verbindungen und Sitzplätze im Rückgang

  • Die Zahl der jährlichen Flüge an deutschen Flughäfen liegt 300.000 unter dem Niveau von 2019.
  • Das Angebot der Airlines sank im selben Zeitraum um 35 Millionen Sitzplätze.
  • 473 frühere Verbindungen wurden gestrichen, während 349 überwiegend touristische Ziele neu hinzukamen.
Frau vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Deutsche Flughäfen verlieren seit 2019 Flugangebot

Die Zahl der jährlichen Flüge an deutschen Flughäfen ist seit 2019 um 300.000 zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 18 Prozent und geht mit 35 Millionen weniger angebotenen Sitzplätzen einher.

BDL sieht schlechtere internationale Anbindung

Die Zahlen stammen aus einer Analyse des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, über die die Welt am Sonntag berichtet. BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang sagte, Deutschlands Regionen verlören massiv an Konnektivität, insbesondere bei der Anbindung an europäische Wirtschaftsmetropolen.

Mehr gestrichene als neue Verbindungen

Laut der Analyse wurden 473 Flugverbindungen, die 2019 noch regelmäßig bedient wurden, dauerhaft aus den Flugplänen gestrichen. Im selben Zeitraum kamen 349 neue Ziele hinzu, die vor allem touristischer Natur seien.

Forderung nach niedrigeren Abgaben

Für neues Wachstum fordert Lang eine Halbierung der Steuern und Gebühren auf den Luftverkehr ab Deutschland. Auch Wirtschaftsvertreter verlangen Maßnahmen für eine bessere Fluganbindung.

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf und Leiter des Arbeitskreises der Industrie- und Handelskammern mit Verkehrsflughafen, sagte, viele Unternehmen berichteten von wirtschaftlichen Belastungen durch die schlechtere Anbindung an den internationalen Luftverkehr. Die Bundesregierung müsse die Steuer- und Gebührenbelastung deutlich reduzieren, damit deutsche Flughäfen und die von ihnen abhängigen Wirtschaftsregionen wieder wettbewerbsfähig würden.

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Der Rückgang des Flugangebots markiert eine strukturelle Veränderung im deutschen Luftverkehr. Gegenüber 2019 fehlen jährlich 300.000 Flüge und 35 Millionen angebotene Sitzplätze. Besonders betroffen sind regionale Flughäfen, deren Verbindungen zu europäischen Wirtschaftsmetropolen für Geschäftsreisen, Fachkräfte und Lieferketten relevant sind.

Die Zahlen stehen zugleich im Spannungsfeld zwischen touristischem Wachstum und wirtschaftlicher Konnektivität. Nach der BDL-Analyse wurden 473 frühere Verbindungen dauerhaft gestrichen, während 349 neue Ziele hinzukamen, die überwiegend touristisch ausgerichtet sind. Damit ersetzt die Ausweitung des Urlaubsangebots die weggefallenen Geschäfts- und Regionalverbindungen nicht vollständig.

Standortfaktor Luftverkehr

Für Unternehmen können weniger direkte Verbindungen längere Reisezeiten, zusätzliche Umstiege und höhere Kosten bedeuten. Das trifft insbesondere Regionen außerhalb der großen Drehkreuze. Forderungen nach einer Halbierung von Steuern und Gebühren zielen deshalb auf bessere Wettbewerbsbedingungen für Airlines und Flughäfen, würden aber zugleich Mindereinnahmen für öffentliche Haushalte bedeuten.

Die Debatte berührt außerdem die künftige Rollenverteilung zwischen Luftverkehr und Bahn. Eine nachhaltige Verbesserung der Anbindung dürfte nicht allein von Abgaben abhängen, sondern auch von stabiler Nachfrage, verfügbaren Flugzeugen, effizienteren Abläufen und verlässlichen Zubringern. Für Reisende und Unternehmen bleibt entscheidend, ob gestrichene Direktverbindungen zurückkehren oder sich der Markt dauerhaft auf wenige große Drehkreuze konzentriert.

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