Flixtrain, Berlin-Hamburg

Flixtrain: Stundentakt zwischen Berlin und Hamburg ab 2027

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Flixtrain will im Laufe des Jahres 2027 zwischen Berlin und Hamburg im Stundentakt fahren. Bis 2028 soll sich die Flotte verdoppeln, danach sind 65 neue Hochgeschwindigkeitszüge geplant.

  • Flix stellt auf der Innotrans einen ersten fertigen Waggon des Herstellers Talgo für die neuen Züge vor, die ab 2028 kommen sollen.  - Bild: Matthias Arnold/dpa
    Flix stellt auf der Innotrans einen ersten fertigen Waggon des Herstellers Talgo für die neuen Züge vor, die ab 2028 kommen sollen. - Bild: Matthias Arnold/dpa
  • Flixtrain will ab 2028 im Fernverkehr in Deutschland deutlich expandieren. - Bild: Matthias Arnold/dpa
    Flixtrain will ab 2028 im Fernverkehr in Deutschland deutlich expandieren. - Bild: Matthias Arnold/dpa
Flix stellt auf der Innotrans einen ersten fertigen Waggon des Herstellers Talgo für die neuen Züge vor, die ab 2028 kommen sollen.  - Bild: Matthias Arnold/dpa Flixtrain will ab 2028 im Fernverkehr in Deutschland deutlich expandieren. - Bild: Matthias Arnold/dpa

Flixtrain will im Laufe des Jahres 2027 zwischen Berlin und Hamburg im Stundentakt fahren und seine Flotte bis 2028 zunächst verdoppeln.

Mehr Züge zwischen den Metropolen

Das kündigte Flixtrain-Chef Matthias Müller auf der Mobilitätsmesse Innotrans in Berlin an. Die grünen Züge sollen auf der Strecke schneller unterwegs sein als die ICE-Züge der Deutschen Bahn.

Die bisherige Flotte umfasst 16 Züge. Für die Erweiterung sind auch umgerüstete gebrauchte Fahrzeuge vorgesehen, die nach Unternehmensangaben mehr Komfort bieten sollen als die bisherigen Wagen.

65 neue Hochgeschwindigkeitszüge geplant

Ab 2028 soll die Flotte dann schrittweise um 65 neu bestellte Hochgeschwindigkeitszüge des Herstellers Talgo wachsen. Einen ersten fertigen Wagen stellte Flix auf der Innotrans vor.

Flix-Konzernchef André Schwämmlein sagte, das Unternehmen wolle in Deutschland ein weiteres Fernverkehrsnetz aufbauen und dabei auch kleinere Städte und Mittelzentren anbinden. Die zusätzlichen Fahrzeuge sollen häufigere und schnellere Verbindungen ermöglichen.

München soll ab 2028 angebunden werden

Bislang ist Flixtrain vor allem auf einzelnen lukrativen Strecken zwischen großen Metropolregionen vertreten. Ab 2028 soll auch der Großraum München an das Fernverkehrsnetz angeschlossen werden, etwa mit einer Verbindung nach Berlin.

Investitionen und Wettbewerb mit der Bahn

In den Ausbau der Flotte will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 2,4 Milliarden Euro investieren. Flix ist bislang der größte Wettbewerber der Deutschen Bahn im Fernverkehr.

Der bundeseigene Konzern dominiert den Markt weiterhin mit einem Anteil von rund 95 Prozent. Ab 2028 plant zudem das italienische Zugunternehmen Italo den Einstieg in den deutschen Fernverkehr.

Streit um Trassenvergabe

Die Bundesnetzagentur hat die Regeln für die Vergabe von Zugtrassen geändert. Die Deutsche Bahn muss künftig mindestens ein Viertel der Trassenkapazitäten auf hochbelasteten Strecken an Wettbewerber vergeben.

Die Deutsche Bahn geht juristisch gegen den Beschluss der Behörde vor.

Wettbewerb auf der wichtigsten Fernverkehrsachse

Die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg gehört zu den bedeutendsten innerdeutschen Fernverkehrsstrecken. Ein Stundentakt von Flixtrain würde den Wettbewerb auf einer besonders nachfragestarken Relation unmittelbar für Reisende spürbar machen. Entscheidend wären dabei neben dem Fahrpreis vor allem die tatsächliche Fahrzeit, die Zahl der Zwischenhalte und die Zuverlässigkeit.

Flixtrain verbindet die Taktverdichtung mit einem deutlich größeren Expansionsplan. Die angekündigte Verdoppelung der bestehenden Flotte bis 2028 soll zunächst zusätzliche Angebote auf bereits bedienten Strecken ermöglichen. Mit den später bestellten Hochgeschwindigkeitszügen könnte das Unternehmen sein Netz über die großen Metropolen hinaus ausweiten und weitere Mittelzentren anbinden.

Mehr Auswahl, aber begrenzte Infrastruktur

Für Fahrgäste bedeutet mehr Konkurrenz grundsätzlich eine größere Auswahl bei Preisen und Abfahrtszeiten. Der Fernverkehr bleibt jedoch von der verfügbaren Schieneninfrastruktur abhängig. Auf hochbelasteten Strecken müssen Trassen zwischen verschiedenen Anbietern verteilt werden; die dpa-Meldung verweist deshalb auf die geänderten Vorgaben der Bundesnetzagentur und den juristischen Streit mit der Deutschen Bahn.

Der Markt steht zugleich unter Druck: Im ersten Halbjahr 2026 sank die Zahl der Fahrgäste im Eisenbahnfernverkehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 69 Millionen. Als Gründe wurden witterungsbedingte Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs genannt. Ein dichteres Angebot kann die Attraktivität der Schiene erhöhen, setzt aber ausreichend verfügbare Trassen und betriebliche Stabilität voraus.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70166351 |