Flixtrain, Berlin-Hamburg

Flixtrain: Stundentakt zwischen Berlin und Hamburg ab 2027

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Flixtrain will ab 2027 zwischen Berlin und Hamburg im Stundentakt fahren. Bis 2028 soll sich die Flotte verdoppeln, anschließend plant das Unternehmen mit 65 neuen Hochgeschwindigkeitszügen eine deutlich größere Expansion.

Flixtrain will ab 2028 im Fernverkehr in Deutschland deutlich expandieren. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
Flixtrain will ab 2028 im Fernverkehr in Deutschland deutlich expandieren. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa

Flixtrain will im Laufe des Jahres 2027 zwischen Berlin und Hamburg im Stundentakt fahren und damit auf der wichtigen Fernverkehrsstrecke häufiger als bisher unterwegs sein.

Mehr Züge auf der Strecke

Das kündigte Flixtrain-Chef Matthias Müller auf der Mobilitätsmesse InnoTrans in Berlin an. Die Fahrzeit der grünen Züge solle dabei kürzer sein als die der ICE-Züge der Deutschen Bahn.

Bis 2028 will Flix die bisher 16 Züge umfassende Flotte etwa verdoppeln. Die zusätzlichen Fahrzeuge sollen mehr Komfort bieten; zum Einsatz kommen auch umgerüstete gebrauchte Züge.

65 neue Hochgeschwindigkeitszüge ab 2028

Ab 2028 soll die Flotte mit nach und nach 65 neu bestellten Hochgeschwindigkeitszügen des Herstellers Talgo deutlich stärker wachsen. Auf der InnoTrans präsentierte Flix erstmals einen fertigen Wagen.

Flix-Konzernchef André Schwämmlein sagte, das Unternehmen wolle in Deutschland ein weiteres Fernverkehrsnetz aufbauen und dabei auch kleinere Städte und Mittelzentren anbinden. Mit den zusätzlichen Zügen sollen Verbindungen häufiger und schneller angeboten werden.

München soll angeschlossen werden

Bislang konzentriert sich Flixtrain vor allem auf einzelne lukrative Strecken zwischen großen Metropolregionen. Ab 2028 soll auch der Großraum München an das Fernverkehrsnetz angebunden werden, etwa mit einer Verbindung nach Berlin.

Nach eigenen Angaben investiert Flix rund 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Flotte. Flixtrain ist bislang der größte Wettbewerber der Deutschen Bahn im Fernverkehr, der weiterhin rund 95 Prozent des Marktes beherrscht.

Neue Konkurrenz im Fernverkehr

Ab 2028 plant auch das italienische Zugunternehmen Italo den Einstieg in den deutschen Fernverkehr. Die Bundesnetzagentur hat deshalb die Regeln für die Trassenvergabe geändert. Auf hochbelasteten Strecken muss die Deutsche Bahn künftig mindestens ein Viertel der Trassenkapazitäten an Wettbewerber vergeben.

Die Deutsche Bahn geht juristisch gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur vor.

Mehr Auswahl auf der wichtigsten Verbindungsachse

Die Strecke zwischen Berlin und Hamburg gehört zu den bedeutenden deutschen Fernverkehrsverbindungen. Ein Flixtrain-Stundentakt würde Reisenden dort künftig häufiger eine Alternative zur Deutschen Bahn bieten. Für Fahrgäste dürfte neben dem Fahrplan vor allem das Preis- und Komfortangebot entscheidend sein.

Flixtrain baut seine Stellung damit schrittweise von einzelnen stark nachgefragten Verbindungen zu einem breiteren Fernverkehrsnetz aus. Die geplante Verdoppelung der bestehenden Flotte bis 2028 soll zunächst zusätzliche Frequenzen ermöglichen. Mit den anschließend vorgesehenen 65 Hochgeschwindigkeitszügen würde das Unternehmen seine Kapazität deutlich erweitern und auch Verbindungen abseits der bisherigen Metropolenstrecken anstreben.

Ausbau hängt von Infrastruktur ab

Mehr Wettbewerb auf der Schiene hängt nicht allein von neuen Zügen ab. Die Fahrzeuge benötigen verfügbare Trassen, funktionierende Bahnhöfe und eine verlässliche Infrastruktur. Auf stark belasteten Strecken konkurrieren Fern-, Regional- und Güterverkehr um begrenzte Kapazitäten. Die geänderten Vorgaben zur Vergabe von Trassen sollen Wettbewerbern den Zugang erleichtern, sind aber rechtlich umstritten.

Für Berlin und Hamburg könnte der angekündigte Takt die Auswahl und Flexibilität erhöhen. Ob daraus dauerhaft mehr Verbindungen auch für kleinere Städte entstehen, wird davon abhängen, wie schnell die neuen Züge zugelassen, eingesetzt und in den Fahrplan integriert werden.

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