FKS-Personallücken: Frankfurt hat mit 34,5 Prozent den höchsten Fehlstand
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) wachsen die Personallücken deutlich an. Der Anteil unbesetzter Stellen bei der für die Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung zuständigen Behörde ist von 11 Prozent im Jahr 2024 auf 19 Prozent im Jahr 2026 gestiegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Cem Ince hervor, über die finanznachrichten.de in einem Bericht vom 18.10.2026 informierte.
Erhebliche regionale Engpässe und Kritik aus der Opposition
Die personellen Engpässe verteilen sich regional sehr unterschiedlich und fallen in bestimmten Ballungsräumen besonders hoch aus. Den Angaben zufolge verzeichnet die FKS in Frankfurt am Main die bundesweit höchste Personalunterdeckung, wo der Anteil unbesetzter Stellen bei 34,5 Prozent liegt.
Angesichts verstärkter Kontrollen zur Einhaltung von Arbeitsstandards sollten Unternehmen ihre Dokumentation genau prüfen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung rechtssicher umsetzen und Bußgelder vermeiden. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung
Auch andere süddeutsche Großstädte weisen erhebliche Defizite auf: An zweiter Stelle folgt München mit einer Quote von 29 Prozent, während für Augsburg ein Fehlbestand von 25,9 Prozent gemeldet wird.
Der Bundestagsabgeordnete Cem Ince von der Linken äußerte deutliche Kritik an dieser Entwicklung. Mit Blick auf die bundesweiten Daten betonte er, dass inzwischen faktisch jede fünfte Stelle bei der FKS unbesetzt bleibe. Die personelle Ausdünnung schwäche die Kontrollmöglichkeiten und erschwere eine wirksame Überprüfung von Arbeitsbedingungen und Tarifstandards vor Ort.
Erweiterte Kompetenzen belasten die Behörde
Die Bundesregierung führt die zunehmende Lücke vor allem auf neue regulatorische Anforderungen zurück. Nach ihren Angaben ist der Personalbedarf der FKS in den vergangenen Jahren spürbar stärker gewachsen als der tatsächliche Personaleinsatz. Als wesentliche Ursache dafür gelten gesetzlich erweiterte Kompetenzen und Kontrollaufgaben, die der Behörde zugewiesen wurden.
Wer Personal beschäftigt, muss die aktuellen gesetzlichen Vorgaben bei der Arbeitszeitdokumentation genau kennen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche vier Fakten bei der Zeiterfassung jetzt wirklich entscheidend sind, um rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen. Kostenlosen Ratgeber zur Arbeitszeiterfassung sichern
Um dem anhaltenden Mangel entgegenzuwirken, setzt die Bundesregierung auf eine Intensivierung der Nachwuchsgewinnung. Der künftige Personalbedarf soll demnach vor allem durch eigene Ausbildungsprogramme sowie die gezielte Übernahme von Nachwuchskräften gedeckt werden.
Aus der Regierungsantwort gehen zudem statistische Details zur Ausrichtung bisheriger Kontrollmaßnahmen hervor. Im Zeitraum von 2015 bis 2025 richteten sich im Schnitt rund 85 Prozent der eingeleiteten FKS-Strafverfahren gegen Arbeitnehmer, was die statistische Schwerpunktsetzung der Ermittlungen in den vergangenen zehn Jahren verdeutlicht.
