Fischprodukte: Nur 27% im Handel erfüllen Nachhaltigkeitskriterien
05.06.2026 - 10:32:11 | boerse-global.de
Der World Wide Fund For Nature (WWF) hat die Nachhaltigkeit von Fischprodukten im deutschen Einzelhandel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Von 1.519 untersuchten Produkten stuften die Umweltschützer lediglich 27 Prozent als empfehlenswert ein. Die Mehrheit landet dagegen auf der Roten Liste oder gilt als zweite Wahl.
Makrele und Kabeljau besonders betroffen
Besonders düster sieht es bei beliebten Speisefischen aus. Bei der Makrele fielen 92 Prozent der Produkte durch, beim Kabeljau immerhin noch 75 Prozent. Positiv hebt sich dagegen der Alaska-Seelachs ab – der Klassiker in Fischstäbchen gilt als weitgehend unproblematisch.
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Insgesamt bewertete der WWF 22 Prozent der Artikel als kritisch (Rote Liste). Weitere 51 Prozent landeten in der Kategorie „zweite Wahl“. Nur gut ein Viertel erfüllte die strengen Nachhaltigkeitskriterien der Organisation.
Siegel als Orientierungshilfe
Der WWF empfiehlt Verbrauchern, auf Zertifizierungen wie ASC- oder MSC-Siegel zu achten. Wer Fisch aus Grundschleppnetzfischerei meidet, entlastet zusätzlich die marinen Ökosysteme. Die Organisation appelliert an den Handel, das Angebot entsprechend umzustellen.
Ozeane unter Druck
Die Bedeutung der Meere geht weit über den Fisch auf dem Teller hinaus: Phytoplankton produziert rund die Hälfte des globalen Sauerstoffs und die Ozeane fungieren als riesiger CO2-Puffer. Branchenverbände wie das Fisch-Informationszentrum (FIZ) betonen daher die Notwendigkeit einer wissenschaftsbasierten Fischerei.
Ein historisches Beispiel zeigt, dass Erholung möglich ist: Der Nordseehering erholte sich nach einer vorübergehenden Fischereischließung im Jahr 1977.
Politik setzt auf CCS im Meeresboden
Parallel zur Nachhaltigkeitsdebatte treibt die Politik neue Nutzungsformen der Meere voran. Der Bundestag verabschiedete Anfang des Jahres ein Gesetz zur Speicherung von Kohlendioxid (CCS) im Meeresuntergrund. Ziel ist es, unvermeidbare Restemissionen aus der Zement-, Kalk- und Aluminiumindustrie abzufangen.
Neue Belastung durch Zink aus der Luft
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Wissenschaftler schlagen Alarm: Eine im Frühjahr in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass anthropogenes Zink aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe über Aerosole bis in den Südpazifik gelangt. In den Oberflächengewässern übersteigt die Konzentration die natürlichen Vorkommen – mit möglichen Folgen für das Nährstoffgleichgewicht des Planktons und das gesamte marine Nahrungsnetz.
Auch Tiernahrung rückt in den Fokus
Neben dem menschlichen Konsum wächst auch der Markt für Fisch in Tiernahrung. In Europa leben schätzungsweise 108 Millionen Hauskatzen. Branchenriesen wie Nestlé verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Premium-Nassfutter und bauen ihre Produktlinien aus. Die Kategorie Tierfutter wuchs zuletzt wertmäßig um 6 Prozent.
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