Firmeninsolvenzen, Pleiten

Firmeninsolvenzen: 12.900 Pleiten im H1 2026, Trendwende erst 2027

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiter und erreicht den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Eine Entspannung wird erst 2027 erwartet.

Creditreform: Firmenpleiten erreichen Höchststand seit 2013
Ein verlassenes, leeres Büro mit verstreuten Unterlagen und leeren Schreibtischen als Symbol für wirtschaftliche Instabilität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet bis Ende 2026 weiter steigende Unternehmensinsolvenzen. Eine Trendwende sei frühestens 2027 möglich, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Firmenpleiten auf Zehnjahreshoch

Die Zahlen des ersten Halbjahres untermauern die Prognose: 12.900 Firmeninsolvenzen wurden bundesweit registriert – so viele wie zuletzt 2013. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 7,8 Prozent.

Auch der Juli schlug zu Buche: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldete ein außergewöhnlich hohes Insolvenzniveau. Die Gläubiger trifft es hart: Laut Creditreform summiert sich der Schaden auf 28,5 Milliarden Euro.

Junge Firmen besonders betroffen

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Vor allem junge Unternehmen geraten ins Straucheln. In diesem Segment stiegen die Insolvenzen um 25,3 Prozent. Doch die Krise macht auch vor größeren Firmen nicht Halt – sie melden zunehmend ebenfalls Insolvenz an.

Die Ursachen sind vielschichtig. Creditreform-Geschäftsführer Hantzsch nennt den Iran-Krieg und neue US-Zölle als zentrale Belastungsfaktoren. Im Inland setzen hohe Energiepreise und eine als belastend empfundene Bürokratie den Gewinnmargen zu.

Mittelstand unter Druck

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Die Lage in der Breite ist prekär: 27 Prozent der Betriebe stehen finanziell unter Druck. Besonders kritisch: 7,5 Prozent der Unternehmen können ihre laufenden Zinszahlungen nicht mehr aus operativen Erträgen decken.

Das schränkt den Spielraum für Investitionen ein und erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Marktaustritte. Die Experten bleiben für den Rest des Jahres pessimistisch – die Hoffnung ruht auf 2027.

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