Finger weg von Stahlwerten
Veröffentlicht: 04.08.2006 um 12:05 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Im Augenblick gibt es keine Veranlassung sich in Stahlwerten zu engagieren.
In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich über die Ergebnisse und die Entwicklung der chinesischen Stahlunternehmen sowie dem Markt berichtet. Die weiter anhaltende Überkapazität läßt die Gewinne stetig einbrechen. Die Rohstoffpreise und Kosten bleiben dagegen hoch.
Gestern hatte der Stahlkonzern Maanshan Iron seine Zahlen bekannt gegeben und musste eine Halbierung des Gewinnes ausweisen.
Kürzlich veröffentlichetn die großen der Szene Mittal Steel und Arcelor ihre Zahlen. Sie sind alles andere als positiv. So verbuchte Arcelor im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 35 % auf 635 Mio Euro. Analysten hatten einen Gewinn von 780 Mio. Euro erwartet. Mittals Gewinn ging ebenfalls um 6,4 % zurück. Mit 1,02 Mrd. Euro lag er aber über den Schätzungen. Der Umsatz stieg um 9,2 %.
Es gibt im Augenblick keine Anzeichen, dass sich die Lage verbessern könnte. Der Export aus China hält unvermindert an und besitzt durchaus noch Potential für weitere Steigerungen.
Im abgelaufenen Monat Juli warnte zum wiederholten Male der chinesische Stahlverband vor einer sich weiter verschärfenden Überproduktion und den durch den Export möglichen Handelskonflikten mit Exportzielländern.
Laut dem Verband wurde eine Produktionsmenge von Rohstahl im ersten Halbjahr von fast 200 Mio. Tonnen erreicht, was eine Zunahme von 18,26 % gegenüber der Vorjahreszeitraum bedeutet. Die Produktion von Walzstahl stieg um 25,78 % auf 222 Mio. Tonnen. Der Stahlexport ging um 47,71 % nach oben. Sollte der Trend nicht gestoppt werden, dann wird die Jahresproduktion von Rohstahl in 2006 gegenüber 2005 um 20,45 % auf 424 Mio. Tonnen zunehmen.
Zwar konnten sich die Stahlpreise seit ihrem Einbruch vom April/Mai des vergangenen Jahres erholen, aber sie können nicht über die weiter steigende Gefahr des heißlaufens des Stahlsektors hinwegtäuschen.
Wie der Verband weiter mitteilte, sind die Gewinne um über 30 % gefallen und 14 Unternehmen verzeichneten bereits rote Zahlen. Etwa 30 % der privaten Stahlwerke Chinas droht inzwischen der Bankrott, so der Verband.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
de | wirtschaft | 8064411 |
