Finanzen, Umfrage

Finanzielle Reserven: Die Hälfte der Menschen hält einen Einkommensausfall höchstens drei Monate durch

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Koblenz - Repräsentative Umfrage: Bei 22 Prozent der Erwerbstätigen reichen die Rücklagen keine vier Wochen. 54 Prozent würden zuerst den Konsum kürzen, nur 14 Prozent die Vorsorge.
Finanzielle Reserven: Die Hälfte der Menschen hält einen Einkommensausfall höchstens drei Monate durch - Bild: presseportal.de

Fällt das regelmäßige Haushaltseinkommen unerwartet weg, reichen die Rücklagen der Menschen in Deutschland meist nur für wenige Wochen. 51 Prozent der volljährigen Bundesbürger (ohne Rentner) könnten ihre laufenden Ausgaben dann höchstens drei Monate decken, 22 Prozent weniger als einen Monat. Nur 23 Prozent kämen länger als ein halbes Jahr über die Runden. Fast doppelt so viele Frauen wie Männer sagen, dass ihr Haushalt weniger als einen Monat die laufenden Ausgaben decken könnte. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Debeka.

Auch einzelne Rechnungen überfordern viele Haushalte. Eine unerwartete Ausgabe von 3.000 Euro könnten 37 Prozent nicht kurzfristig bezahlen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Der Wert steigt mit sinkendem Alter deutlich an: Unter den 18- bis 29-Jährigen verneinen 63 Prozent die Frage. Haushalte mit Kindern (46 Prozent) trifft es härter als kinderlose (34 Prozent).

Gerät der Haushalt aufgrund einer kurzfristigen finanziellen Belastung unter Druck, reagieren die meisten Menschen zuerst über den Konsum: 54 Prozent nennen das Reduzieren von Ausgaben als Maßnahme. Die langfristige Absicherung bleibt dagegen weitgehend unangetastet. Nur 14 Prozent würden bei einer größeren finanziellen Belastung ihre Sparbeiträge oder ihre Vorsorge reduzieren.

"Steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Beschäftigung, wachsende Belastungen in den Sozialsystemen: Für viele Haushalte ist der Spielraum eng geworden. Umso wichtiger ist es, dass gerade die angestoßenen Reformen der Altersvorsorge jetzt auch tragen, und dass Vorsorgemöglichkeiten auch und vor allem bei den Menschen funktionieren, bei denen das Haushaltseinkommen gering ist. Wer auch schon mit kleinen Beiträgen früh anfängt, staatliche Förderung mitnimmt und konsequent spart, baut über die Jahre einen Grundstock auf, der im Ernstfall trägt", sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka. "Aber das Wissen um die Notwendigkeit bleibt ein zentraler Faktor."

Über die Studie

Civey hat für die Debeka vom 9. bis 15. September 2026 online 1.000 volljährige Bundesbürger ohne Rentner und 1.000 privat Vorsorgende befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 5,9 bis 6,4 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.

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