Feuerwehr-Ausbildung: 26 Einsatzkräfte aus elf Gemeinden schulen Maschinisten
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Aus- und Fortbildung im Feuerwehrwesen unterliegt strengen Sicherheitsanforderungen, um die Risiken für Einsatzkräfte bei gefährlichen Arbeiten zu minimieren.
Ob beim Umgang mit schwerem technischem Gerät, bei Brandeinsätzen unter Atemschutz oder bei allgemeinen Einsatzabläufen: Träger und Feuerwehren setzen verstärkt auf standardisierte Schulungsprogramme und verbindliche Unfallverhütungsvorschriften, um Unfällen im Übungs- und Einsatzdienst vorzubeugen.
Strenge Vorgaben für gefährliche technische Arbeiten
Einen Schwerpunkt der sicherheitsorientierten Ausbildung bildet der Umgang mit Spezialwerkzeugen wie Motorsägen. Entsprechende Lehrgänge orientieren sich an den Richtlinien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und vermitteln die Vorgaben der geltenden Unfallverhütungsvorschriften der Unfallversicherungsträger.
Da Arbeiten mit der Motorsäge – beispielsweise bei der Beseitigung von Sturmschäden oder umgestürzten Bäumen – ein hohes Gefahrenpotenzial bergen, dürfen diese Aufgaben nur von Personen übernommen werden, die sowohl persönlich als auch fachlich dafür geeignet sind.
Neben der Handhabung der Werkzeuge stehen dabei das Verhalten im Gefahrenbereich, der Einsatz passender Schutzkleidung sowie das Einhalten grundlegender Sicherheitsregeln im Mittelpunkt.
Fundierte Maschinistenausbildung stärkt Gerätesicherheit
Neben Motorsägenlehrgängen bildet die Maschinistenausbildung ein wesentliches Fundament des sicheren Betriebs technischer Einsatzmittel. Im bayerischen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz schlossen beispielsweise 26 Einsatzkräfte aus elf Gemeinden – darunter Berching, Deining, Freystadt, Lauterhofen, Lupburg, Mühlhausen, Parsberg, Pilsach, Postbauer-Heng, Sengenthal und Seubersdorf – einen entsprechenden Lehrgang erfolgreich ab.
Die Schulung umfasste 24 Unterrichtseinheiten, gegliedert in zwei Theorieabende und zwei Samstage für die Praxis. Auf dem Lehrplan standen neben verkehrsrechtlichen Vorgaben und Unfallverhütungsvorschriften vor allem der sichere Betrieb von Feuerlöschkreiselpumpen und weiteren kraftbetriebenen Geräten sowie deren regelmäßige Wartung und Pflege. Nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung übernehmen die Absolventen den Maschinendienst in ihren jeweiligen Ortswehren.
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Realitätsnahe Simulationen unter Atemschutz
Besondere Risiken bestehen im Brandeinsatz, insbesondere beim Innenangriff. Um Atemschutzgeräteträger auf extreme Einsatzbedingungen vorzubereiten, kommen regelmäßig mobile und stationäre Brandübungsanlagen zum Einsatz.
In gas- oder holzbefeuerten Containern trainieren Einsatzkräfte das Vorgehen bei hohen Temperaturen, die Kommunikation im Trupp und die Gefahrenabwehr bei Rauchgasdurchzündungen wie Flashover oder Backdraft.
Der Freistaat Bayern unterstützt derartige Weiterbildungen unter anderem durch mobile Brandübungsanlagen in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern und Ausrüstern wie Dräger. Neben Löschtechniken mit Hohlstrahlrohren werden dort auch das thermische Verhalten im Brandraum und das sichere Ablegen kontaminierter Schutzkleidung geschult.
Einheitlicher methodischer Rahmen für Risikoanalysen
Ergänzend zur praktischen Ausbildung gewinnen behördliche Vorgaben für eine systematische Gefahrenbewertung an Bedeutung. So veröffentlichte Rheinland-Pfalz eine landesweite Handlungsanweisung zur Gefahren- und Risikoanalyse für den Katastrophenschutz. Landkreise und kreisfreie Städte sind nach dem Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz sowie der Katastrophenschutz-Landesverordnung zur Erstellung solcher Analysen verpflichtet.
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Die unter Federführung des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz gemeinsam mit kommunalen Spitzenverbänden und Hilfsorganisationen erarbeitete Handlungsanweisung stellt erstmals einen einheitlichen methodischen Rahmen bereit.
Behördenleiter René Schubert betonte, dass Risikoanalysen künftig nicht mehr isoliert, sondern nach einem standardisierten System erfolgen sollen. Das Dokument liefert Szenarienbeschreibungen und Tabellenwerke zur Risikobewertung, um Gefahrenpotenziale strukturiert zu erfassen.
