US-Notenbank, Leitzins

Fed hält Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent stabil

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Federal Reserve hält den Leitzins nach der Erhöhung im September zunächst konstant. Wegen der anhaltend hohen Inflation richtet sich der Blick bereits auf die letzte Sitzung des Jahres im Dezember.

Fed-Projektionen bis 2027

  • Der Zentralbankrat in Washington stimmte mit zehn zu zwei Stimmen für die Beibehaltung der Zinsspanne.
  • Im September erwarteten 16 von 18 Fed-Mitgliedern mindestens eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte.
  • Für 2027 rechneten 14 Mitglieder mit einem Leitzins von mindestens 4,00 bis 4,25 Prozent.
  • Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Fed-Chef Warsh priorisiert den Kampf gegen die Inflation. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa Fed-Chef Warsh priorisiert den Kampf gegen die Inflation. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Fed hält Leitzins in Washington stabil

Die US-Notenbank hält ihren Leitzins nach der ersten Erhöhung seit mehr als drei Jahren zunächst konstant. Die Zinsspanne bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent, während zehn stimmberechtigte Mitglieder für die Pause und zwei für eine weitere Erhöhung stimmten.

Dezember rückt in den Mittelpunkt

Die Entscheidung fiel wie von der Mehrheit der Volkswirte erwartet aus. Entscheidend ist nun, ob die Fed bei ihrer letzten Sitzung des Jahres im Dezember den Leitzins erneut anhebt.

Die Notenbank verwies auf die weiterhin hohe Inflation und bekräftigte ihr Ziel der Preisstabilität. 16 der 18 Fed-Mitglieder hatten im September mindestens einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte in diesem Jahr erwartet; vier stellten sogar eine stärkere Straffung in Aussicht.

Projektionen zeigen straffe Geldpolitik

Auch für 2027 deuteten die damaligen Projektionen auf ein erhöhtes Zinsniveau hin. 14 Mitglieder erwarteten mindestens einen Leitzins von 4,00 bis 4,25 Prozent, eine knappe Mehrheit davon rechnete mit 4,25 bis 4,50 Prozent.

Neue Projektionen will die Fed mit der Dezember-Sitzung veröffentlichen. Eine Zinssenkung gilt angesichts der aktuellen Wirtschaftsindikatoren als nicht plausibel.

Inflation bleibt deutlich über dem Ziel

Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Damit lag die Teuerung fast doppelt so hoch wie das Inflationsziel der Fed von zwei Prozent.

Zu den Preistreibern gehörten vor allem höhere Energiekosten. Zugleich verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum, sodass die Notenbank zwischen Preisstabilität und einer möglichst robusten Beschäftigung abwägen muss.

EZB steht vor eigener Zinsentscheidung

Auch die Europäische Zentralbank berät über ihre Geldpolitik. Volkswirte rechnen damit, dass sie den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,5 Prozent belässt.

Höhere Leitzinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Unternehmen und bremsen dadurch Nachfrage und Wirtschaft. Niedrigere Zinsen können Wachstum und Arbeitsmarkt stützen, zugleich aber den Preisdruck erhöhen.

Die Zinspause der Fed steht im Spannungsfeld zweier Ziele: Die Notenbank muss die Inflation weiter bekämpfen, darf zugleich aber eine Abschwächung am Arbeitsmarkt nicht verschärfen. Mit einer Zinsspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt die Geldpolitik restriktiv. Kredite für Unternehmen und private Haushalte verteuern sich dadurch weiterhin, während Sparguthaben und festverzinsliche Anlagen grundsätzlich von höheren Renditen profitieren können.

Besonders relevant ist die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise. Mit 3,7 Prozent liegt die Teuerung deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Energiepreise, robuste Konsumausgaben und Investitionen rund um Künstliche Intelligenz erhöhen den Preisdruck. Eine Zinserhöhung im Dezember würde die Nachfrage zusätzlich bremsen, könnte aber zugleich die Konjunktur und den Beschäftigungsaufbau belasten.

Signal für Dezember

Die Projektionen der Fed-Mitglieder deuten auf eine weiterhin straffe Linie hin. Dass 16 von 18 Mitgliedern im September mindestens einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr erwarteten, erhöht den Druck auf den Dezember-Termin. Neue Projektionen sollen dann zeigen, ob sich diese Einschätzung angesichts der Inflations- und Arbeitsmarktdaten bestätigt.

Für Deutschland und Europa wirkt sich die US-Entscheidung vor allem über Finanzmärkte, Wechselkurse und die globale Nachfrage aus. Eine länger hohe US-Verzinsung kann den Dollar stützen und die Finanzierungskosten weltweit erhöhen. Zugleich richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank, die ebenfalls vor einer Entscheidung steht.

Euronews: „Fed-Entscheid im Fokus: Warsh ringt mit hoher Inflation, Ölpreisen und US-Zwischenwahlen“ (27.10.2026)

Der Beitrag ordnet die erwartete Zinspause vor dem Hintergrund der hohen Inflation, der Ölpreise und der bevorstehenden US-Zwischenwahlen ein. Er bestätigt den von der dpa-Meldung beschriebenen Zinskorridor und setzt einen stärkeren politischen und energiepreisbezogenen Schwerpunkt.

n-tv: „US-Anleger setzen wieder auf KI“ (27.10.2026)

Der Artikel verbindet die bevorstehende Fed-Entscheidung mit der Entwicklung an den US-Aktienmärkten und dem KI-Sektor. Er hebt wie die dpa-Meldung die erwartete Zinspause und eine mögliche Erhöhung im Dezember hervor, betrachtet das Geschehen aber stärker aus Anlegersicht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Beide Beiträge erwarten beziehungsweise beschrieben vor der Entscheidung einen unveränderten Leitzinskorridor. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: Während Euronews Inflation, Ölpreise und Politik betont, richtet n-tv den Blick stärker auf Börse und KI-Aktien. Offen bleibt in beiden Perspektiven, ob die Fed im Dezember tatsächlich erneut anhebt.

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