Federal Reserve, US-Zinsen

Fed hält Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent konstant

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 20:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die US-Notenbank hält den Leitzins nach dem Schritt im September unverändert. Wegen der hohen Inflation richtet sich der Blick nun auf die letzte Sitzung des Jahres im Dezember.

Fed-Signale für Dezember und 2027

  • Die Zinsspanne bleibt in Washington bei 3,75 bis 4,00 Prozent.
  • Zwei von zehn stimmberechtigten Mitgliedern stimmten für eine Erhöhung um 25 Basispunkte.
  • Für 2027 ist eine Sitzung ohne Zinsentscheid zur geldpolitischen Strategie vorgesehen.
  • Fed-Chef Warsh hat Sitzungen ohne Zinsentscheidungen angekündigt. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Fed-Chef Warsh hat Sitzungen ohne Zinsentscheidungen angekündigt. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Fed hält Leitzins in Washington stabil

Die US-Notenbank belässt den Leitzins nach der ersten Erhöhung seit mehr als drei Jahren vorerst unverändert. Die Zinsspanne bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent, während die Federal Reserve bereits über eine weitere Anhebung im Dezember berät.

Entscheidung ohne unmittelbare Änderung

Eine große Mehrheit der Volkswirte hatte mit der Zinspause gerechnet. Fed-Chef Kevin Warsh verkündete die Entscheidung auf einer Pressekonferenz und kündigte zugleich Sitzungen an, bei denen der Zentralbankrat nicht über den Leitzins entscheiden soll.

Im Jahr 2027 soll eine Sitzung ausschließlich der allgemeinen geldpolitischen Strategie gewidmet sein. Eine Abstimmung über den Leitzins und eine geldpolitische Erklärung sind für dieses Treffen nicht vorgesehen.

Inflation spricht für weiteren Schritt

Warsh begründete den Kurs mit dem Ziel, die Inflation zu senken. Die Teuerungsrate liegt nach seinen Angaben seit sechs Jahren über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent. Im September stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,7 Prozent.

Das Abstimmungsmuster zeigt den Druck innerhalb der Notenbank: Zehn stimmberechtigte Mitglieder votierten für die Zinspause, zwei für eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Die Dezember-Sitzung wird damit zum nächsten wichtigen Termin für die US-Geldpolitik.

Fed-Mitglieder signalisieren Straffung

Bereits im September hatten 16 von 18 befragten Fed-Mitgliedern mindestens eine weitere Erhöhung um einen Zinsschritt in diesem Jahr erwartet. Vier von ihnen konnten sich eine noch weitergehende Straffung vorstellen.

Für 2027 rechneten 14 Mitglieder mit einem Leitzins von mindestens 4,00 bis 4,25 Prozent. Eine knappe Mehrheit dieser Gruppe erwartete sogar einen Korridor von 4,25 bis 4,5 Prozent. Neue Projektionen will die Fed mit der Dezember-Sitzung veröffentlichen.

Hohe Preise und schwächerer Arbeitsmarkt

Die aktuelle Lage liefert der Fed widersprüchliche Signale. Energie wurde teurer, zugleich verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum deutlich. Auch der Boom rund um Künstliche Intelligenz und solide Konsumausgaben verstärken den Preisdruck.

Eine Zinssenkung gilt unter Experten dagegen als nicht begründbar. US-Präsident Donald Trump fordert seit längerem einen Leitzins von einem Prozent oder darunter, doch die aktuellen Wirtschaftsindikatoren sprechen gegen einen solchen Schritt.

EZB vor eigener Zinspause

Auch die Europäische Zentralbank dürfte bei ihrer Sitzung am Donnerstag den Einlagenzins voraussichtlich bei 2,5 Prozent belassen. Damit stehen beide großen Notenbanken vor der Aufgabe, hohe Inflation einzudämmen, ohne die wirtschaftliche Entwicklung unnötig zu bremsen.

Die Zinspause der Federal Reserve steht im Spannungsfeld zwischen hartnäckiger Inflation und einer schwächeren Dynamik am Arbeitsmarkt. Mit einer Teuerungsrate von 3,7 Prozent liegt die US-Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent. Gleichzeitig liefert die Beschäftigungsentwicklung kein ebenso klares Signal für eine weitere geldpolitische Straffung.

Für Haushalte und Unternehmen bleibt das Zinsniveau damit hoch. Kredite für Immobilien, Investitionen und Konsum verteuern sich, während Sparer und Geldmarktanleger zunächst von den vergleichsweise hohen Renditen profitieren. Eine weitere Anhebung im Dezember würde den Inflationsdruck stärker bekämpfen, könnte aber die Konjunktur zusätzlich bremsen.

Entscheidung mit Folgen für die Märkte

Besondere Bedeutung hat das Abstimmungsmuster: Zwei stimmberechtigte Mitglieder plädierten bereits jetzt für einen Schritt nach oben. Die Dezember-Sitzung wird deshalb zum nächsten wichtigen Signal für den geldpolitischen Kurs der USA. Neue Projektionen sollen dann zeigen, wie die Fed die Zinsentwicklung im Jahr 2027 einschätzt.

Auch für Europa ist der US-Kurs relevant. Änderungen der US-Zinsen beeinflussen häufig Wechselkurse, Kapitalströme und die Finanzierungskosten an den internationalen Märkten. Die erwartete Zinspause der Europäischen Zentralbank unterstreicht zugleich, dass beide großen Notenbanken derzeit zwischen Inflationsrisiken und konjunktureller Belastung abwägen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Fed hält Leitzins trotz anhaltend hoher Inflation konstant“ (28.10.2026)

Der Beitrag bestätigt die unveränderte Zinsspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent und hebt die anhaltend hohe Inflation hervor. Als offene Folge nennt er die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung zum Jahresende.

Focus: „US-Notenbank legt Zinspause ein“ (28.10.2026)

Der Artikel bestätigt die Zinspause und stellt stärker die Erwartungen für Dezember sowie die Signale aus dem Kreis der Fed-Mitglieder heraus. Übereinstimmend bleibt offen, ob die Notenbank im Dezember erneut anheben wird.

Beide Beiträge stimmen beim aktuellen Zinsniveau und beim Blick auf die nächste Sitzung überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Inflation, Markterwartungen und den internen Signalen der Fed.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70426242 |