Familienentlastung: Kindergeld auf 272 Euro, Elterngeld reformiert
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesfinanzministerium legt einen Entwurf für eine umfassende Steuerreform vor. Ab 2027 sollen Familien und mittlere Einkommen entlastet werden, während Spitzenverdiener tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Kinderfreibetrag steigt um 300 Euro.
Mehr Netto für Familien
Die Reform bringt spürbare Entlastungen für Familien mit Kindern. Bei zwei erwerbstätigen Eltern sind bis zu 600 Euro jährliche Ersparnis drin. Eine Modellrechnung zeigt: Eine Familie mit 60.000 Euro zu versteuerndem Einkommen spart ab 2028 über 600 Euro pro Jahr.
Reichensteuer greift früher
Der Spitzensteuersatz von 45 Prozent soll künftig schon ab 250.000 Euro greifen – bisher lag die Grenze bei rund 277.826 Euro. Für Einkommen ab 280.000 Euro plant das Ministerium sogar 47 Prozent. Das trifft vor allem Gutverdiener in Ballungszentren.
Kindergeld steigt schrittweise
Der Bundestag hat die Kindergeld-Erhöhung bereits am 9. Juli beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen. Geplant ist eine Anhebung von 259 auf 272 Euro monatlich bis 2028. Pro Kind sind das 156 Euro mehr im Jahr.
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Die Digitalisierung schreitet parallel voran: Ab August 2026 verschickt das Bundeszentralamt für Steuern Begrüßungsschreiben mit der Steuer-ID für Neugeborene. Die Daten gehen automatisch an die Familienkasse – ein Antrag wird überflüssig. Für das zweite Kind startet das Verfahren ab März 2027, für das erste ab November.
Elterngeld: Mehr Geld, kürzere Bezugsdauer
Für Geburten ab dem 1. November 2027 ändert sich das Elterngeld grundlegend. Der Mindestbetrag steigt von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Doch die reguläre Bezugsdauer schrumpft von 14 auf 12 Monate. Kritiker verweisen auf die Inflation: Trotz höherer Beträge sinkt die Kaufkraft.
Krankenversicherung: Zuschlag für Ehepartner
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 10. Juli bringt ab 2028 einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozentpunkten für familienversicherte Ehe- oder Lebenspartner. Ausnahmen gelten für Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, pflegende Angehörige und Menschen mit Erwerbsminderung.
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Kommunen ziehen nach
Eltern in Leipzig müssen sich auf höhere Kita-Beiträge einstellen. Ab Januar 2027 plant die Stadt Anhebungen für Krippen, Kitas und Horte. Ein Neun-Stunden-Kitaplatz wird monatlich 26 bis 36 Euro teurer. Geringverdiener bleiben von den Beiträgen befreit.
Bereits seit dem 1. Juli gelten höhere Pfändungsfreibeträge: Der Grundfreibetrag liegt nun bei monatlich 1.587,40 Euro, für die erste unterhaltsberechtigte Person kommen 597,42 Euro dazu.
Die KfW verbessert zudem ab August 2026 die Konditionen für die Wohnungsbauförderung. Beim Kauf von Bestandsimmobilien steigen die Kreditbeträge je nach Kinderzahl auf bis zu 180.000 Euro. Die Förderung für das Effizienzhaus 55 läuft bis Ende 2026 weiter.
