Fahrzeugsicherheit: Kostenlose Licht-Tests ab 1. Oktober
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen durch herbstliche Witterung und zunehmende Dunkelheit haben das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, die Deutsche Verkehrswacht sowie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe zur Überprüfung der Fahrzeugsicherheit gemahnt. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Beleuchtungseinrichtungen und die Sichtverhältnisse, um den Anforderungen der nassen und dunklen Jahreszeit zu begegnen.
Kostenlose Licht-Tests im gesamten Oktober
Ab dem 1. Oktober 2026 bieten teilnehmende Kfz-Innungs-Meisterbetriebe im Rahmen des Licht-Sicht-Tests 2026 eine kostenlose Überprüfung der Fahrzeugbeleuchtung an. Wie die Deutsche Verkehrswacht und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ausführten, werden bei dieser Aktion kleinere Mängel unmittelbar behoben.
Fahrzeuge, welche die Prüfung erfolgreich bestehen, erhalten die Licht-Sicht-Plakette 2026. Für Autofahrer entstehen dabei lediglich Kosten, wenn Ersatzteile benötigt werden oder umfangreichere Reparaturen anfallen.
Die Relevanz dieser Maßnahme unterstreichen Zahlen des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz. Demnach sei etwa jeder vierte Pkw mit einer mangelhaften oder falsch eingestellten Beleuchtung auf den Straßen unterwegs. Für weiterführende Informationen zum Ablauf und den Prüfkriterien verwies die Behörde auf das Portal des Licht-Tests.
Verschärfte Anforderungen an die Winterbereifung
Neben der Beleuchtung spielt die korrekte Bereifung eine zentrale Rolle für die Verkehrssicherheit im Herbst und Winter. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz wies darauf hin, dass seit dem Jahr 2024 bei winterlichen Straßenverhältnissen ausschließlich Winter- und Ganzjahresreifen zulässig sind, die das Alpine-Symbol – eine Schneeflocke vor einem Bergpiktogramm – tragen. Eine alleinige Kennzeichnung mit „M+S“ sei nicht mehr ausreichend.
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht bei Wetterlagen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte. Ein Verstoß gegen diese Vorschrift, etwa durch die Nutzung von Reifen mit reiner M+S-Kennzeichnung, kann laut Berichten zu einem Bußgeld ab 60 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg führen.
Zudem warnte das Landeskriminalamt vor versicherungsrechtlichen Konsequenzen: Bei einem Unfall mit falscher Bereifung könnten Leistungen der Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit gekürzt werden.
Wer im Oktober unterwegs ist, kann die Fahrzeugbeleuchtung bei teilnehmenden Kfz-Innungs-Meisterbetrieben kostenlos prüfen lassen — kleinere Mängel werden direkt behoben. Unser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie bei Licht, Sicht und Winterbereifung achten müssen. Kostenlosen Auto-Check anfordern
Technische Empfehlungen und sicherheitsrelevante Grenzwerte
Hinsichtlich der Profiltiefe gibt es deutliche Unterschiede zwischen gesetzlichen Mindestanforderungen und Expertenempfehlungen. Während die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung eine Mindesttiefe von 1,6 Millimetern vorschreibt, raten der ACE Auto Club Europa, der ADAC sowie weitere Fachportale zu mindestens vier Millimetern bei Ganzjahres- und Winterreifen.
Zur Bestimmung des Reifenalters dient die vierstellige DOT-Nummer auf der Reifenflanke; so stehe die Ziffernfolge „3419“ beispielsweise für die 34. Kalenderwoche des Jahres 2019. Der ADAC empfahl, Winterreifen spätestens nach acht Jahren zu ersetzen.
Der ACE Auto Club Europa ordnete Ganzjahresreifen als Kompromiss ein. Diese eigneten sich vorrangig für Personen mit geringer bis moderater Jahresfahrleistung, die überwiegend unter alltäglichen Bedingungen fahren.
Bei der Anschaffung sollten unabhängige Tests und das EU-Reifenlabel, insbesondere die Kriterien Nasshaftung und Rollgeräusch, geprüft werden. Ein Vorteil sei die Reduktion laufender Kosten durch den Entfall des saisonalen Wechsels, dem jedoch ein höherer Verschleiß bei hohen Temperaturen gegenüberstehe.
Verhalten bei Nebel und Frost
Die meteorologische Lage verschärft die Risiken im Straßenverkehr. Der Deutsche Wetterdienst berichtete zur Tagundnachtgleiche im September von gebietsweisem Frost und Nebel. In Senken und Tälern wurden Tiefstwerte um -1 Grad sowie Bodenfrost unter 0 Grad registriert. Durch Hoch ZANDER und schwachen Wind könne sich dichter Strahlungsnebel bilden.
Reine M+S-Reifen reichen bei winterlichen Straßenverhältnissen seit 2024 nicht mehr aus — es drohen Bußgeld ab 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie Alpine-Symbol, Profiltiefe und DOT-Alter Ihrer Reifen korrekt prüfen. Reifen-Checkliste jetzt sichern
In diesem Zusammenhang erinnerten Experten an die korrekte Nutzung der Fahrzeugtechnik. Bei erheblichen Sichtbehinderungen durch Nebel, Schneefall oder Regen muss das Abblendlicht manuell eingeschaltet werden. Die Lichtautomatik vieler Fahrzeuge erkennt Nebel oft nicht zuverlässig, zudem bleibt beim reinen Tagfahrlicht das Heck oft unbeleuchtet.
Bei einer Sichtweite von unter 50 Metern durch Nebel ist zudem eine maximale Geschwindigkeit von 50 km/h vorgeschrieben. Zur Vorbereitung auf den Winter wird außerdem ein Frostschutz des Kühlwassers bis mindestens -25 Grad Celsius empfohlen.
