Factoring H1 2026: 115.000 Unternehmen nutzen Finanzierungsinstrument
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Factoring-Verband e.V. hat am 10. August 2026 die Branchenkennzahlen für das erste Halbjahr des laufenden Kalenderjahres vorgelegt. Die Daten bestätigen die anhaltende Stabilität des Factorings als wesentliches Finanzierungsinstrument für die deutsche Wirtschaft. Trotz volatiler Rahmenbedingungen verzeichnete die Branche beim Ankaufsvolumen ein moderates Wachstum und konnte die Anzahl der betreuten Kunden deutlich steigern.
Stabilität im nationalen und internationalen Geschäft
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 erreichte das gesamte Ankaufsvolumen der im Verband organisierten Institute einen Wert von 212,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Verband wertete diese Entwicklung als Beleg für die Verlässlichkeit dieser Finanzierungsform, die Unternehmen durch den Verkauf von Forderungen unmittelbare Liquidität sichert.
Bei der detaillierten Betrachtung der Marktsegmente zeigt sich eine unterschiedliche Dynamik. Das nationale Ankaufsvolumen bildete mit 151 Milliarden Euro weiterhin das Rückgrat des Marktes. In diesem Bereich konnte ein Zuwachs von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Das internationale Factoring-Geschäft, das grenzüberschreitende Forderungsverkäufe umfasst, steuerte 62 Milliarden Euro zum Gesamtergebnis bei. Dieser Teilbereich entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil, ohne nennenswerte Schwankungen nach oben oder unten.
Signifikanter Anstieg der Kundenzahlen
Besonders deutlich fiel das Wachstum bei der Kundenbasis aus. Laut den am 10. August 2026 veröffentlichten Zahlen nutzen aktuell rund 115.000 Unternehmen Factoring-Dienstleistungen. Dies entspricht einer Steigerung von 10 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Der Zuwachs verdeutlicht, dass immer mehr Firmen – insbesondere aus dem Mittelstand – Factoring in ihre Finanzierungsstruktur integrieren, um sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern und die eigene Planbarkeit zu erhöhen.
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Die steigende Kundenanzahl bei einem gleichzeitig nur leicht wachsenden Gesamtvolumen deutet darauf hin, dass Factoring zunehmend auch in kleineren Volumensegmenten oder von kleineren Unternehmen verstärkt nachgefragt wird. Der Deutsche Factoring-Verband repräsentiert nach eigenen Angaben rund 98 Prozent des gesamten organisierten Factoring-Marktes in der Bundesrepublik, wodurch die erhobenen Daten eine hohe Repräsentativität für die gesamte Branche besitzen.
Indizes signalisieren vorsichtige Zuversicht
Zusätzlich zu den Bilanzzahlen gab der Verband Einblick in die aktuelle Stimmungslage innerhalb der Branche. Der Geschäftsklima-Index wurde mit einem Wert von 2,8 ausgewiesen. Dieser Wert spiegelt eine insgesamt solide, wenn auch verhaltene Einschätzung der wirtschaftlichen Situation durch die Marktteilnehmer wider.
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Gleichzeitig beobachtet die Branche die Entwicklung der Unternehmensstabilität genau. Der Insolvenzrisiko-Index lag im Berichtszeitraum bei 3,0. Diese Kennzahl dient als Indikator dafür, wie die Factoring-Institute die Gefahr von Zahlungsausfällen bei ihren Debitoren bewerten. Trotz der Herausforderungen am Markt bleibe das Instrument Factoring gerade in Phasen erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit ein wichtiges Werkzeug für das Risikomanagement der Unternehmen, da mit dem Forderungsverkauf in der Regel auch ein vollständiger Schutz gegen Forderungsausfälle (Delkredereschutz) verbunden ist.
Die aktuellen Halbjahreszahlen unterstreichen die Rolle des Verbandes und seiner Mitglieder als zentrale Partner für die Liquiditätssicherung deutscher Unternehmen. Die Branche blickt nach der Bestätigung der stabilen Entwicklung im ersten Halbjahr mit einer gefestigten Position auf die kommenden Monate des Geschäftsjahres.
