EZB-Vizepräsident, Vuji

EZB-Vizepräsident Vuj?i?: Kapitalpuffer sollen auf zwei Kategorien schrumpfen

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Boris Vuj?i? schlägt zwei Kapitalpuffer-Kategorien und angeglichene MREL- und TLAC-Vorgaben vor; kleinere Banken sollen entlastet werden.

EZB-Vizepräsident fordert einfachere Bankenregeln ohne Abstriche bei Sicherheit
Moderne Glasfassade eines Bankgebäudes in Frankfurt bei Dämmerung mit Fokus auf Architektur und klaren Linien. Illustration mit AI erstellt.

Die europäische Bankenregulierung muss nach Ansicht der Europäischen Zentralbank einfacher werden, darf jedoch bei den Sicherheitsanforderungen keine Abstriche machen. Auf der Jahreskonferenz des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken in Frankfurt plädierte EZB-Vizepräsident Boris Vuj?i? für eine grundlegende Entschlackung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben.

Eine Absenkung der Eigenkapitalanforderungen lehnte er dabei entschieden ab. Das derzeitige Niveau dieser Vorgaben stelle für europäische Institute keinen Wettbewerbsnachteil dar.

Reform der Kapitalpuffer und Entlastung kleinerer Banken

Im Zentrum der Überlegungen von Vuj?i? steht eine Neustrukturierung der bestehenden Kapitalpuffer. Diese sollten künftig zu lediglich zwei Kategorien zusammengelegt werden: einem freisetzbaren und einem nicht freisetzbaren Puffer. Damit ließe sich die Architektur der Eigenmittelanforderungen transparenter und im Krisenfall flexibler gestalten.

Zudem regte der EZB-Vizepräsident an, die Berechnung des Eigenkapitals grundlegend zu vereinfachen und das Regelwerk für die Verschuldungsquote zu verschlanken. Auch bei den Vorgaben für Abwicklungsverbindlichkeiten sieht er Reformbedarf: Die europäischen MREL-Standards und die internationalen TLAC-Vorgaben sollten harmonisiert und aneinander angeglichen werden.

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Besonderes Augenmerk legte Vuj?i? auf kleinere und weniger komplexe Institute. Für diese Gruppe sei ein dezidiert verhältnismäßiges Regime erforderlich, um die operative Kostenbelastung spürbar zu reduzieren. Das geltende Regelwerk sei im Laufe der Zeit übermäßig komplex geworden. Eine gezielte Vereinfachung sei jedoch machbar, ohne dass dabei Abstriche bei der Stabilität und Sicherheit der Institute in Kauf genommen werden müssten.

Höhere Renditen und die Rolle der Bankenunion

In seiner Bestandsaufnahme wies Vuj?i? darauf hin, dass sich die Widerstandskraft der Institute im Euroraum seit der globalen Finanzkrise deutlich verbessert habe. Die Kapitalquoten seien seither kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig habe sich auch die Eigenkapitalrendite der Banken seit der Pandemie positiv entwickelt.

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Kleinere und weniger komplexe Institute tragen die operative Kostenlast eines über die Jahre stark gewachsenen Regelwerks. Der EZB-Vorschlag sieht für diese Gruppe ein dezidiert verhältnismäßiges Regime vor — ohne Abstriche bei der Stabilität. Dieser Leitfaden bündelt die Ansatzpunkte für eine spürbare Entlastung. Verhältnismäßigkeits-Leitfaden jetzt sichern

Eine Aufweichung bestehender Sicherheitsstandards sei daher weder notwendig noch zielführend, um die Ertragskraft der Branche zu sichern. Als wesentliche Hebel für eine nachhaltige Stärkung des Bankensektors hob der EZB-Vizepräsident stattdessen strukturelle Fortschritte hervor.

Eine tiefere Finanzintegration innerhalb Europas sowie die Vollendung der europäischen Bankenunion seien die wichtigsten Treiber, um die Effizienz und Zukunftsfähigkeit des Finanzplatzes weiter voranzubringen.

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