EZB-Nachfolge, Klaas Knot

EZB-Nachfolge: Niederlande nominieren Klaas Knot als Kandidaten

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der frühere Präsident der niederländischen Zentralbank soll auf Christine Lagarde folgen, die ihren Rücktritt für Februar angekündigt hat. Neben Knot wird auch der Spanier Pablo Hernández de Cos als aussichtsreicher Kandidat genannt.

Die nächsten Schritte im EZB-Verfahren

  • Finanzminister Eelco Heinen teilte die niederländische Kandidatur dem Parlament in Den Haag mit.
  • Klaas Knot stand von 2011 bis 2025 an der Spitze der niederländischen Zentralbank.
  • Die Eurostaaten sollen bis Freitag Kandidaten nominieren und in der folgenden Woche beraten.
Klaas Knot, Ex-Präsident der niederländischen Zentralbank, will nächster Präsident der EZB werden. - Bild: Hannes P Albert/dpa

Niederlande schlagen Klaas Knot für EZB-Spitze vor

Die Niederlande haben den früheren Chef ihrer nationalen Zentralbank, Klaas Knot, als Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank nominiert. Finanzminister Eelco Heinen teilte dies dem Parlament in Den Haag mit.

Der Posten wird frei, weil die amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt für Februar angekündigt hat.

Knot leitete die niederländische Zentralbank

Der 59 Jahre alte promovierte Ökonom war von 2011 bis 2025 Präsident der niederländischen Zentralbank. Er gilt als einer der Favoriten für die Nachfolge Lagardes.

Als weiterer aussichtsreicher Bewerber gilt der Spanier Pablo Hernández de Cos. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte Interesse an der EZB-Spitze bekundet; seine Chancen werden jedoch als gering eingeschätzt.

Euroländer nominieren bis Freitag

Die Euroländer müssen bis Freitag ihre Kandidaten offiziell benennen. In der kommenden Woche soll über die Vorschläge beraten werden.

Die Nachfolgeentscheidung fällt damit in einem mehrstufigen europäischen Verfahren. Die Nominierungen bilden den Ausgangspunkt für die weitere Beratung über die künftige Besetzung der EZB-Spitze.

Die Nominierung von Klaas Knot eröffnet das formelle Auswahlverfahren für die Nachfolge von Christine Lagarde. Die Euroländer sollen ihre Vorschläge bis Freitag einreichen; anschließend will die Eurogruppe die Kandidaturen beraten. Damit beginnt ein politischer Abstimmungsprozess, bei dem neben der fachlichen Eignung auch die geografische und institutionelle Balance innerhalb Europas eine Rolle spielt.

Knot bringt als früherer Präsident der niederländischen Zentralbank langjährige Erfahrung im EZB-Rat und in internationalen Finanzgremien mit. Sein geldpolitisches Profil wird als eher strikt beschrieben. Dem steht mit Pablo Hernández de Cos ein weiterer aussichtsreicher Kandidat gegenüber, der zuvor die spanische Notenbank leitete und inzwischen an der Spitze der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich steht.

Auswahl mit Folgen für die Geldpolitik

Die Entscheidung ist für die Eurozone von Bedeutung, weil der EZB-Präsident die geldpolitische Kommunikation prägt und die Sitzungen des EZB-Rats leitet. Für Bürger und Unternehmen wirkt sich die personelle Weichenstellung nicht unmittelbar auf einen einzelnen Zinssatz aus; sie kann aber Erwartungen über den künftigen Umgang mit Inflation, Wachstum und Finanzstabilität beeinflussen.

Das Verfahren endet nicht mit den nationalen Nominierungen. Die Eurogruppe spricht eine Empfehlung aus, bevor die Staats- und Regierungschefs der EU die endgültige Entscheidung treffen. Parallel können weitere Spitzenposten in europäischen Institutionen in die Verhandlungen einbezogen werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Nachfolge bei der Notenbank: Poker um EZB-Spitze: Wer folgt auf Christine Lagarde?“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordnet Knot neben Pablo Hernández de Cos und Joachim Nagel ein und stellt die geldpolitischen Profile der Bewerber gegenüber. Im Mittelpunkt stehen die bevorstehenden Nominierungen und die Frage, welcher Kandidat die Unterstützung der Eurostaaten gewinnt.

Euronews: „Eurozone startet Nominierung für Lagarde-Nachfolge im EZB-Präsidentenamt“ (03.11.2026)

Euronews beschreibt neben den Favoriten auch das weitere Ernennungsverfahren und die erforderlichen Mehrheiten. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf den institutionellen Regeln und dem Zeitplan als auf der Bewertung einzelner Kandidaten.

Beide Beiträge bestätigen den frühen Start des Auswahlprozesses und die zentrale Rolle von Knot und Hernández de Cos. Unterschiede bestehen vor allem darin, dass der Stern die Personenprofile hervorhebt, während Euronews die Abstimmungsregeln und die anstehenden Personalverhandlungen detaillierter beschreibt.

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